EnBW kauft milliardenschwer zu
Neues Bündnis auf deutschem Energiemarkt

Das Geschäft ist die umfangreichste Transaktion der Energiebranche seit der Übernahme von Ruhrgas durch Eon: Deutschlands drittgrößter Energiekonzern Energie Baden-Württemberg (EnBW) schmiedet eine schlagkräftige Allianz mit dem norddeutschen Regionalversorger EWE.

DÜSSELDORF. EnBW erwirbt eine Beteiligung von 26 Prozent an der Nummer fünf. Gleichzeitig vereinbarten die Unternehmen eine breit angelegte strategische Kooperation. Die Transaktion hat ein Volumen von rund zwei Mrd. Euro.

Die kommunalen Eigentümer von EWE, die das Unternehmen bisher komplett kontrollierten, billigten gestern den Einstieg. EnBW setzte sich in einem monatelangen Bieterverfahren durch, bis zuletzt war noch der Branchenriese Gaz de France (GDF) im Rennen.

Für EnBW-Chef Hans-Peter Villis ist der Zuschlag ein erster großer Erfolg - nur zehn Monate nachdem er seinen Vorgänger Utz Claassen abgelöst hatte. Die beiden Unternehmen ergänzen sich perfekt. Während die EnBW bislang in Süddeutschland, Nordrhein-Westfalen und Sachsen tätig ist, ist EWE in Niedersachsen, Brandenburg und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns aktiv. Die EnBW ist stark in der Stromerzeugung, aber schwach im Gasgeschäft. Die EWE betreibt dagegen kaum eigene Kraftwerke, ist aber größter Aktionär des Gasimporteurs Verbundnetz Gas (VNG), der als ostdeutsche Ruhrgas gilt. Beide Unternehmen wollen zudem in der Türkei expandieren. Punkten konnte EnBW bei den EWE-Kommunen offenbar vor allem damit, dass das Unternehmen neben Electricité de France (EDF) auch selbst über einen starken kommunalen Aktionär, den Zweckverband Oberschwäbischer Elektrizitätswerke (OEW), verfügt.

Mit einem Umsatz von gut fünf Mrd. Euro erlöst EWE zwar weniger als ein Zehntel von Marktführer Eon. Der Konzern führt aber die Regionalversorger aus der zweiten Reihe an und ist beispielsweise über doppelt so groß wie die Mannheimer MVV Energie. EWE versorgt immerhin 1,8 Mill. Kunden mit Strom und Gas. Die EnBW kam zuletzt auf fast 15 Mrd. Kunden und hat knapp sechs Mill. Stromkunden.

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