EnBW-Weigerung
EVN stößt bei Kapitalerhöhung auf Probleme

Der Energieversorger EVN hat Schwierigkeiten mit seiner knapp 200 Mio. Euro schweren Kapitalerhöhung. Die EnBW weigert sich wegen eines zu niedrigen Verkaufspreises, ihr EVN-Paket von 25 Prozent zu verkaufen. Dies zwingt die Niederösterreicher dazu, die Kapitalerhöhung in einer neuen Struktur durchzuführen.
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HB FRANKFURT/WIEN. „EnBW hat EVN in Kenntnis gesetzt, dass sie dem Verkauf ihrer Aktien nicht zustimmt. EVN bereitet nunmehr die Umsetzung einer Kapitalerhöhung im Ausmaß von zehn Prozent in einer neuen Struktur vor“, hieß es in einer Mitteilung der EVN. Ob die angebotenen jungen Aktien der EVN von bis zu 16,4 Mio. Stück nun zugeteilt werden oder die EVN zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Anlauf nehmen muss, blieb vorerst unklar. EVN wollte sich dazu auch auf Anfrage nicht näher äußern.

Angeboten worden waren knapp 41 Mio. Stück EVN-Aktien aus dem Besitz der EnBW. Die jungen Aktien sollten indes der EVN etwa 200 Mio. Euro in die Kassen spülen. Der Versorger wollte Kraftwerke bauen und muss bald bei der Verbund rund 100 Mio. Euro auf den Tisch legen. Ansonsten würde EVN - mit dem Partner Wienstrom - unter die Sperrminorität fallen. Dies wollen die Niederösterreicher aber nicht. Die Verbund will sich noch im November rund eine Milliarde Euro vom Markt holen.

Schon im Vorfeld hatte es im Markt kritische Stimmen zur EVN-Kapitalerhöhung gegeben. Als Unsicherheitsfaktor galt die EnBW. Marktkreisen zufolge müsste die EnBW einen Verlust verbuchen, falls sie unter 13 Euro verkauft. Die EnBW hatte dies nicht kommentiert. Das Preisband war mit 10,50 auf 13,50 Euro angegeben. Die Nachfrage nach den Aktien war nach EVN-Angaben gut, allerdings am unteren Ende des Preisbandes. Zum Preis von 10,50 Euro sei das angebotene Volumen substanziell überzeichnet gewesen, hieß es von der EVN.

Dieser Preis war der EnBW zu niedrig. Deshalb zogen die Stuttgarter die Reißleine. „Nach Auffassung der EnBW entsprechen die jetzigen Preisvorstellungen nicht dem inneren Wert der EVN AG“, begründete die EnBW den Rückzieher am Mittwochabend. Ein Verkauf von EVN-Aktien zu einem späteren Zeitpunkt sei unverändert denkbar, wenn auch derzeit nicht konkret, hieß es. Die EnBW stößt derzeit Minderheitsbeteiligungen ab, um in Kraftwerke zu investieren.

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