EnBW zieht Bilanz: Energieversorger verschärft das Sparprogramm

EnBW zieht Bilanz
Energieversorger verschärft das Sparprogramm

EnBW hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 125 Millionen Euro erzielt. Für das laufende Jahr gibt der Energieversorger allerdings eine düstere Prognose: Das Betriebsergebnis soll weiter sinken.

StuttgartDer drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW weitet in der Branchenkrise sein Sparprogramm aus. „Wir werden, ob uns das gefällt oder nicht, nochmal einen Gang hochschalten“, sagte Vorstandschef Frank Mastiaux am Montag auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Dies betreffe auch das Personal. In welcher Größenordnung Stellen abgebaut werden, ließ das Management offen. Einzelheiten sollen in den nächsten Monaten geklärt werden. Wegen der fallenden Strom-Großhandelspreise erwartet EnBW im laufenden Jahr einen Rückgang des Betriebsgewinns um weitere fünf bis zehn Prozent.

Bei den Strom-Großhandelspreisen sieht der Konzern laut Finanzchef Thomas Kusterer weder kurz- noch mittelfristig Anzeichen für eine Erholung. Das Unternehmen müsse mit weiteren Einsparungen gegenhalten. Die bis 2020 geplanten Einsparungen von rund 400 Millionen Euro reichten nicht aus. Personal mache einen großen Teil der Kosten aus. Schon in der Vergangenheit habe es einen Stellenabbau gegeben, etwa bei einem vorherigen Programm in der Größenordnung von 1350 Jobs. Das laufende Programm sehe den Abbau von 300 Stellen in der Stromerzeugung vor. Insgesamt beschäftigt EnBW rund 20.300 Mitarbeiter.

Die Strom-Großhandelspreise sind wegen des Ökostromausbaus und der Überkapazitäten bei den Kraftwerken auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. EnBW musste wie auch die Konkurrenten Eon und RWE hohe Abschreibungen auf seine Kraftwerke vornehmen. Während die Konkurrenten 2015 Verluste schrieben, konnten die Karlsruher auch dank des Verkaufs von Wertpapieren unter dem Strich einen Gewinn von 125 Millionen Euro einfahren nach einem Verlust von fast einer halben Milliarde Euro im Vorjahr. Die Aktionäre, darunter das Land Baden-Württemberg mit einem Anteil von knapp 47 Prozent, sollen für 2015 eine auf 55 Cent von 69 Cent je Aktie gekürzte Dividende erhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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