Ende der Abwrackprämie
Export gibt Autobauern neuen Mut

Die Abwrackprämie ist abgewrackt, der Erfolg war durchschlagend: Erstmals seit mehr als einem Jahr steigen in Deutschland die Zulassungszahlen, wie auch in den USA und Japan. Doch ab jetzt müssen sich die deutschen Autobauer wieder auf sich selbst besinnen. Der neue Hoffnungsträger ist nun der Export.

FRANKFURT. Die deutsche Autoindustrie sieht das Schlimmste hinter sich. Zwei Wochen vor Beginn der wichtigsten Branchenmesse IAA verbreiten die Spitzenvertreter wieder Optimismus. Erstmals seit mehr als einem Jahr lagen die Neuzulassungszahlen dank staatlicher Anreizprogramme auf den wichtigen Märkten USA, Japan und Deutschland allesamt wieder im Plus.

„Die Talsohle haben wir nach den vorliegenden Zahlen durchschritten“, sagte der Präsident des Verbandes der Autoindustrie (VDA), Matthias Wissmann, in Frankfurt. In den nächsten Monaten dürfte sich die Lage „Schritt für Schritt weiter verbessern“. Während in Deutschland am Mittwoch der letzte Antrag auf die staatliche Abwrackprämie bewilligt wurde, erreichte der Kaufrausch seinen Höhepunkt. Im August stieg die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland nach VDA-Angaben dank der Prämie um 28 Prozent auf 275 200 Autos. Der fünf Milliarden Euro schwere Fördertopf ist damit erschöpft.

Deutschlands Schlüsselindustrie hofft nun, dass der Export einen Teil der erwarteten Rückgänge nach Auslaufen der Abwrackprämie kompensieren kann. „2010 dürfte der Export, aber auch das Flottengeschäft mit Firmen wieder anziehen“, schätzt Unicredit-Analyst Aust. Das dürfte vor allem den Premiumherstellern wie Daimler, BMW oder Audi zugute kommen, die von der Abwrackprämie bislang kaum profitiert haben. „Es wird aber noch lange dauern, bis wir die Exportwerte der Boomjahre 2006 und 2007 wieder erreichen“, sagt Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen.

Der VDA setzt voll auf den Export, der 70 Prozent der deutschen Produktion aufnimmt. „Die wichtigste Zahl ist, dass die Bestellungen aus dem Ausland im August nur noch um drei Prozent rückläufig gewesen sind“, betonte Wissmann. In den vergangenen Monaten hatte das Minus teilweise bis zu 30 Prozent ausgemacht. Zwar würden die deutschen Autobauer beim Export im Gesamtjahr 2009 deutlich unter Vorjahr liegen, aber der Trend sei eindeutig.

Ein Anziehen des Exports ist dringend notwendig. Denn auf dem deutschen Markt droht nach einem erwarteten Rekordabsatz von 3,5 Mio. Autos in diesem Jahr 2010 der Absturz. Einen konkreten Ausblick auf das kommende Jahr scheut Verbandschef Wissmann. „Ich halte derzeit eine Prognose für Kaffeesatzleserei“, sagte er. Experten sehen aber harte Zeiten für die deutschen Hersteller anbrechen. Die Analysten der Commerzbank schätzen, dass die Zahl der Neuzulassungen auf 2,8 Mio. Autos abstürzt, die Unicredit geht gar von 2,6 Mio. aus. Unicredit-Analyst Christian Aust rechnet damit, dass alleine Marktführer VW mit seinen Marken Skoda, Seat und Audi 2010 im deutschen Markt 600 000 Autos weniger verkaufen wird.

Die Hersteller reagieren unterschiedlich. VW-Produktionschef Jochem Heizmann kündigte an, dass der Konzern künftig wieder mehr selbst entwickeln und fertigen werde, um die Beschäftigung zu sichern. BMW hingegen setzt auf steigende Volumina und will in den kommenden zwei Jahren über eine Milliarde Euro in die deutschen Werke stecken, kündigte Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt an. Die Münchener bereiten sich auf die Neuauflagen ihrer Bestseller der 3er- und 5er-Reihe vor, die rund die Hälfte des Produktionsvolumens ausmachen. Auch BMW setzt vor allem auf den Export.

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