Ende der Batteriezellen-Produktion
Daimler-Betriebsrat legt Protest ein

Der Daimler-Betriebsrat will das Ende der Batteriezellen-Produktion im sächsischen Kamenz verhindern. Eine Konsolidierung auf Kosten von Forschung und Entwicklung sei inakzeptabel. Die IG Metall unterstützt das Gremium.
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StuttgartDer Betriebsrat von Daimler und die IG Metall haben sich gegen ein Ende der Batteriezellen-Produktion des Autobauers im sächsischen Kamenz ausgesprochen. Daimler dürfe den Anschluss an die weitere Forschung und Entwicklung von Batteriezellen nicht verlieren, forderte Gesamtbetriebsrats-Chef Michael Brecht am Montag. Auch die Bundesregierung müsse mit dafür sorgen, dass in Deutschland Batteriezellen für Elektroautos wirtschaftlich produziert werden könnten. Der stellvertretende IG-Metall-Chef Jörg Hofmann, der auch im Daimler-Aufsichtsrat sitzt, forderte dazu einen Aktionsplan von Regierung und Industrie.

Daimler habe beschlossen, die Batteriezellenproduktion bei der Tochter Li-Tec in Kamenz bis Ende 2015 einzustellen, bestätigte eine Sprecherin des Konzerns einen Bericht des „Spiegel“. Ein Großteil der 280 Beschäftigten könne beim Daimler-Tochterunternehmen Deutsche ACCUmotive GmbH, die aus den Zellen von Li-Tec Batterien fertigt, unterkommen. Diese werde künftig Lithium-Ionen-Zellen vom koreanischen Hersteller LG statt von Li-Tec verbauen.

Die Stuttgarter hatten erst im April das einst mit dem Chemiekonzern Evonik zusammen betriebene Unternehmen in Kamenz ganz übernommen. Evonik stieg wegen zu geringer Profitabilität aus. Seither hatte Daimler vergebens nach neuen Partnern gesucht. Daimler-Manager Harald Kröger hatte dem „Spiegel“ gesagt, die Zellen seien zwar sehr gut, aber bei den derzeitigen niedrigen Produktionszahlen viel zu teuer. Die Zellen von Li-Tec nutzte Daimler vor allem für die Elektroversion des Kleinwagens Smart.

Der Absatz von Elektroautos ist aber nach wie vor gering - der vergleichsweise hohe Preis, die geringe Reichweite der Batterien und das noch löchrige Netz von Ladestationen schrecken die Käufer ab. Manche Auto-Experten sagen schon das Ende des Batterieantriebs vorher und halten die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle für die bessere Alternative.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich bin Elektro-Smart-Fahrer seit 2 Jahren.
    Ich hatte mich schon gewundert, dass ich nach dem "Verkaufsstart" so schwer an ein Exemplar herankam: Daimler will den Elektro-Smart offenbar nicht verkaufen, und das seit 2 Jahren nicht! Kein Wunder, dasss die Nachfrage gering ist; die Motorsport-Journallie tat ihr übriges dazu.
    Anscheinend haben die Verkaufsstrategen Angst, dass der Smart den großen Modellen den Markt kaputt macht :)
    dabei sind genau die Käufer der Luxuskarosserien auch die Aspiranten des Stadt-Wagens Smart ed, denn die können ihn sich leisten (auch in unserer TG stehen Smarts neben 600SL und neben Maserati).
    Fazit meiner 2 Jahre: mein Verbrenner ist zum Zweitwagen geworden; das elektrische Fahrvergnügen ist unbeschreiblich.
    "Die Chinesen werden uns überholen" sagte ich schon vor 2 Jahren!

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