Ende der Krise
Industrie scheffelt Rekordgewinne

Weil die Unternehmen in der Krise ihre Mitarbeiter hielten und auf Kurzarbeit setzten, können sie heute alle Aufträge annehmen und ihre Kunden rasch beliefern. Viele Konzerne verdienen deshalb schon 2010 so viel wie noch nie. Doch viele Unternehmen erwarten, dass 2011 deutlich schwieriger wird.
  • 3

DÜSSELDORF. Wird es 2015 werden oder schon 2013? Über diesen Zeitraum stritten Experten während der Weltwirtschaftskrise, als es darum ging, wann Deutschlands Großkonzerne je wieder an ihre Rekordzeiten anknüpfen werden. Es war die Zeit, in der die vielen globalisierten Firmen unter der Absatzflaute litten. Sie verdienten im Schnitt nur noch knapp halb so viel wie zu ihren Glanzzeiten. Wann sollte das je wieder aufgeholt werden?

Heute sind sich Optimisten und Pessimisten einig, dass die Unternehmen die Krise viel schneller abhaken als gedacht. Schon in diesem Jahr werden neun der 30 Dax-Konzerne unter dem Strich so viel verdienen wie noch nie.

Dazu gehören keineswegs nur konjunktur-resistente Unternehmen wie die Pharmaspezialisten Fresenius und Merck oder der Energieriese RWE. Sie steigern ihre Erträge Jahr für Jahr, so dass Rekordgewinne kaum überraschen. Aber auch Konzerne, deren Erträge in der Krise besonders stark eingebrochen waren, wie etwa beim Chemiehersteller BASF, dürften ihre bisherigen Rekordgewinne schon diesmal übertreffen. Darauf deuten die Quartalsergebnisse im laufenden Jahr, die Prognosen der Vorstände und Analystenschätzungen hin.

Im abgelaufenen dritten Quartal werden die 110 größten deutschen börsennotierten Unternehmen nach Berechnungen der Landesbank Baden-Württemberg unter dem Strich 13 Milliarden Euro verdient haben – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Allein auf die 30 Dax-Konzerne entfallen elf Mrd. Euro nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass die Deutsche Bank das Gesamtergebnis diesmal drastisch nach unten drückt, weil sie 2,3 Milliarden Euro auf ihre Postbank-Beteiligung abgeschrieben hat und deshalb in die roten Zahlen rutschte.

Die Ursache für die rasche Rückkehr zu alten Rekorden liegt in der starken Weltwirtschaft. Davon profitieren die vielen exportstarken Unternehmen. „Entscheidend ist, dass die Schwellenländer nicht nur stark wachsen, sondern auch in absoluten Zahlen einen wichtigen Umsatzbeitrag für die deutschen Unternehmen liefern“, sagt Michael Köhler von der Landesbank Baden-Württemberg.

Ob BASF, Volkswagen oder Siemens – alle Industriekonzerne steigerten in den vergangenen Jahren ihre Anteile in Asien. Daimlers Umsatzanteil in China erhöhte sich in nur drei Jahren von 1,9 auf 9,3 Prozent im ersten Halbjahr 2010. Deshalb profitieren die Stuttgarter jetzt noch mehr vom Absatzboom in China als vor der Krise.

Darüber hinaus kommt konjunktur-empfindlichen Unternehmen zugute, dass sie in der schweren Krise keine Mitarbeiter entlassen haben, sondern die flexiblen Regeln des deutschen Arbeitsmarktes zur Kurzarbeit nutzten. Der hohe Personalbestand versetzt die Firmen nun in die Lage, die plötzliche Auftragsflut zu bewältigen, ohne mühsam neue Spezialisten einzustellen.

BASF war dadurch in der Lage, seine in der Auftragsflaute abrupt stillgelegten Großanlagen sofort wieder anzuschalten – und kann deshalb heute seine Kunden rasch beliefern. Die Autobauer legten sofort Sonderschichten ein und griffen auf erfahrene Mitarbeiter mit leeren Arbeitszeitkonten leer zurück.

Seite 1:

Industrie scheffelt Rekordgewinne

Seite 2:

Kommentare zu " Ende der Krise: Industrie scheffelt Rekordgewinne"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Als Einkäufer freut man sich über solche Schlagzeilen, vor allem wenn man, wie dieses Jahr, permanent mit Preiserhöhungen aufgrund von Kapazitätsproblemen und anderen Engpässen konfrontiert wird. Sobald der Aufschwung die Kurve nach unten macht, werden die Lieferanten entsprechende briefe erhalten, um einen Teil ihres Gewinns mit uns Kunden zu teilen. Die Zeit der Einkäufer kommt wieder...

    Und betreffend Arbeitslosenzahlen. Diesen Humbug glaubt doch längst keiner mehr. Einfach mal wieder die aktuellen Zahlen "Empfänger Arbeitslosengeld i" und Empfänger Arbeitslosengeld ii" anschauen und da steht es schwarz auf weiß: insgesamt 6 Millionen.

  • ein manipulirtes volk mit hörigen Untertanen,mit angepassten ob dgb oder parteien siehe lobby.allein das huhn vom arbeitsamt wir sind unter der 3millionen grenze ein einziger geheuchelter witz.ja es gibt nur glückliche menschen in so dorfer nach Potjomkin benannt.die verarsche wird so nicht mehr geglaubt es gibt keine arbeitslosen 50 ig jährige,ihre lügen sind ohne mass,masslos es ist so einfach 1,8 billionen schulden und alle reden nicht etwa von rückzahlung nein sie reden von bankenrettung systemrettung egal was es kostet.wenn ungeborene schon verschuldet sind,sollten wir nicht mehr von zukunft uns sonst was reden,das intressiert die absolut nicht,das ist denen egal wählt mich ab bin versorgt.amen

  • Es wäre recht und billig, wenn die Arbeitnehmer eine angemessene Sonderzahlung steuerfrei bekommen würden, dazu sollte ein Sondergesetz erlassen werden, daß bis zu 3000 Euro (abzüglich in Anspruch genommener Abwrackprämie, die auch steuerfrei war!!) abzugsfrei einmalig an jeden in der freien Wirtschaft beschäftigten Arbeitnehmer/jede Arbeitnehmerin bis März 2011
    von den Unternehmen ausgeschüttet werden können. Unsere Regierung ist oft ganz schnell, wenn es darum geht, für "Sicherheit" zu sorgen, hier könnte sie sich einmal auch sozial verantwortlich zeigen und den Kranken- und Rentenkassen auf die liederlichen und gierigen Pfoten schlagen - mit breitester Zustimmung und ohne Rücksicht auf den öffentlichen Dienst, der keine Krisen kennt und diese innerstaatlich mit verursacht!!! (ich selbst bin Unternehmer und weiß, wovon ich rede).

    Machen Sie mal die Ohren auf, Frau Kanzlerin, oder haben Sie vergessen:

    "WiR sind das Volk!"

    Wir sollten von unseren französichen Nachbarn lernen, wie mit volksfeindlichen Regierungen umzugehen ist und ihnen zeigen, daß "les bosch" (die feine Art der Franzosen, uns Deutsche so zu betiteln, wenn sie glauben, daß niemand zuhört - so äußern sich nicht einmal die Russen über uns...) auch in der Lage ist, seine Sache selbst in die Hand zu nehmen...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%