Ende der Luxusautos
Daimler macht Maybach dicht

Schon lange hatte es schlecht gestanden um die Luxusmarke Maybach von Daimler. Nun will Konzernchef Dieter Zetsche die Marke abschaffen und stattdessen in Oberklasse-Wagen unter dem Namen Daimler investieren.
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Der Automobilkonzern Daimler stellt seine Luxusmarke Maybach ein. Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche erklärte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe), das Unternehmen sei „zur klaren Überzeugung gelangt, dass die Absatzchancen für die Marke Mercedes besser sind als die von Maybach“. Künftig solle es stattdessen sechs verschiedene Modelle der Mercedes S-Klasse geben anstatt wie bisher nur drei. Die rund 150 Maybach-Mitarbeiter müssten aber nicht um ihre Jobs fürchten.

„Das sind etwa 150 bestens qualifizierte Mitarbeiter, die wir für unser Wachstumsprogramm im Luxussegment brauchen werden“, betonte der Daimler-Chef. „Es wäre nicht sinnvoll, ein Nachfolgemodell für den jetzigen Maybach zu entwickeln.“ 

Damit ist das Aus für die 2002 reanimierte Traditionsmarke in zwei Jahren besiegelt. „Mercedes bläst jetzt auch zum Angriff in der Oberklasse“, sagte Zetsche dem Blatt zufolge.

Die Zukunftsaussichten von Maybach waren seit dem Start schlecht, die hochgesteckten Absatzziele wurden nie erreicht.

Zetsche bekräftigte der „FAZ“ zufolge, dass die Wiedereinführung der Marke Maybach im Jahr 2002 unterm Strich ein Verlustgeschäft gewesen sei. Zuletzt wurden jedes Jahr nur wenige hundert der weitgehend in Handarbeit gefertigten Maybach-Fahrzeuge an zahlungskräftige Kunden ausgeliefert. Der direkte Konkurrent Rolls-Royce, der zu BMW gehört, schnitt besser ab.

Die vier angebotenen Maybach-Modelle, die als Chauffeur-Limousine konzipiert sind, sollen bis 2013 weiterverkauft werden. Dann soll die neue Generation der Mercedes-Benz S-Klasse auf den Markt kommen, die dann das Flaggschiff von Daimlers Pkw-Flotte bildet. Die rund 150 Beschäftigten der Maybach-Manufaktur bräuchten sich keine Zukunftssorgen zu machen, sagte Zetsche der Zeitung. Die hochqualifizierten Mitarbeiter benötige Daimler auch weiterhin.

Maybach baute bereits in den 1930er Jahren Luxuslimousinen.

Zuletzt hatte Daimler erwogen, die Marke durch eine Kooperation mit Aston Martin beispielsweise bei Motoren rentabler zu machen.

Daimler feiert in diesem Jahr das 125-jährige Jubiläum des Automobils, das die Firmengründer Gottlieb Daimler und Carl Benz 1886 entwickelt haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ende der Luxusautos: Daimler macht Maybach dicht "

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  • Prestige Projekte und Private Spielzeuge von Führungskräften die wenig Wert auf langfristige und nachhaltige Wertschöpfung
    legen.Siehe VW und Phaeton .Das generell zuviele Modelle in immer kürzerer Zeit auf den Markt geschmissen werden mit wenig wirtschaftlichen Erfolg gesteht selbst Zetsche und Co ein.Den Stern vorn auf der Haube zu haben reicht heute nicht mehr aus. Dazu kommen Auobauer wie BMW und Audi die in Qualität und Prestige den Zuffenhausener nichts nach stehen.

  • Maybach
    ... und wieder eine Niederlage gegen BMW. (Rolls Royce)

  • Das ist das Problem: Zu nah an der S-Klasse positioniert. Ich habe ihn öfter in Natur sehen können und er ist eine Wucht. Es wirkt viel majestätischer als auf den Bildern. Die Gebrauchtwagenpreise bei Mobile.de sind mittlerweile im Bereich eines neuen, gut ausgestatteten S500 angelangt - also gar nicht soooo sehr unerreichbar.

    Die Maybach-Studie (Ende 90er Jahre) hatte sogar noch einen Mercedes-Stern auf dem Kühler stehen. Dem ist das "MM" (Maybach-Manufaktur)Logo gewichen. Leider waren es insgesamt zuviel Gemeinsamkeiten mit dem W140, der als Basis dient, und dem Nachfolger W220.
    Schlimm finde ich es auch, dass zum Facelift hin die Seitenspiegel aus der C-Klasse (und anderen Mercedes-Modellen) einfach an den Maybach montiert wurden. Das schadet der Eigenständigkeit.
    Leider ist der Maybach zum Phaeton von Daimler geworden: ein technisch hervorragendes Auto, das keiner kaufen möchte.

    Schade.

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