Ende der Proteste unabsehbar
Opel-Mitarbeiter blockieren weiterhin das Werk in Bochum

Die Proteste der Opel-Mitarbeiter in Bochum werden offenbar über den Montag hinaus fortgesetzt. Die Gewerkschaft verlangt indes ein Ende der Blockade - Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite seien sonst nicht möglich.

HB BERLIN. Die Maschinen im Bochumer Opel-Werk stehen weiterhin still. Auch am Sonntag hielten hunderte Mitarbeiter vor den Werkstoren Wache. Sie wurden von Familienangehörigen und Mitarbeitern anderer Betriebe mit warmen Getränken und belegten Broten versorgt.

Wie lange die Blockade noch weitergeht, ist ungewiss. Nach Auskunft des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel soll es zu Beginn der Frühschicht am Montag eine Belegschaftsversammlung geben, bei der entschieden werde, ob die Arbeit wieder aufgenommen wird. Einenkel hält ein Ende der Proteste aber für eher unwahrscheinlich. Er unterstrich noch einmal, dass Gespräche mit der Konzernleitung nur dann möglich seien, wenn auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werde.

Franco Biagiotti vom Bochumer Betriebsrat hält es ebenfalls für unwahrscheinlich, dass die reguläre Schicht am Montag um sech Uhr früh die Arbeit aufnemen wird. Er werde mit den Beschäftigen sprechen und die weitere Arbeitsniederlegung empfehlen sagte Biagiotti am Sonntag.

Die Gewerkschaft IG Metall fordert unterdessen die Beschäftigten auf, die Arbeitsniederlegungen zu beenden. Er erwarte, dass am Montag wieder geordnete Arbeitsverhältnisse einkehren, sagte der zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS). Anderenfalls sei es den Gewerkschaften nicht möglich, «zielführend» mit der Konzernmutter General Motors (GM) zu verhandeln.

Huber wiederholte im Gespräch mit der «FAS» die Forderung der Gewerkschaften an die Konzernführung, von betriebsbedingten Kündigungen und Werksschließungen abzusehen. Zugleich stellte er als Angebot an GM übertarifliche Bezahlungen bei Opel zur Disposition. Unter allen deutschen Automobilherstellern habe Opel allerdings die geringsten Lohnkosten, schränkte er ein - Lohnverzicht alleine helfe deshalb nicht.

Das GM-Management stellt außerdem weiter gehende Forderungen auf: Der GM-Vizechef für Europa, Carl-Peter Forster, hatte im Interview mit der «Welt am Sonntag» Auffanggesellschaften für Opel-Mitarbeiter ins Gespräch gebracht. Darüber hinaus verlangte er Kürzungen bei Löhnen und Gehältern auf 90 Prozent des Tariflohnes. Bislang bekommen Opel-Beschäftigte rund 120 Prozent des Tariflohns.

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