Ende der Turbulenzen
Bayer integriert Schering mit hohem Tempo

Bayer-Chef Werner Wenning will bei der Integration des Berliner Pharma-Konzerns Schering keine Zeit verlieren. Dabei soll es trotz des höheren Übernahmepreises keine zusätzlichen Stellenstreichungen geben. Die Rendite soll von 19 auf 25 Prozent steigen.

BERLIN. "Ich gehe davon aus, dass der Beherrschungsvertrag noch in diesem Jahr steht", sagte Konzernchef Wenning am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Berlin. Voraussichtlich im September wird eine außerordentliche Schering-Hauptversammlung die Verschmelzung mit Bayer beschließen.

Nach der turbulenten Übernahme, die der zuvor mit einer eigenen Offerte unterlegene Wettbewerber Merck durch massive Aktienkäufe torpediert hatte, ist nun den Weg frei für den Zusammenschluss. "Bei einem Kapitalanteil von 88 Prozent sollte Bayer eine zügige Integration gelingen", sagte Oliver Kämmerer von der WestLB. Für einen Beherrschungsvertrag benötigt Bayer lediglich eine Dreiviertelmehrheit auf der Hauptversammlung. Die aus der Fusion hervorgehende Bayer Schering Pharma AG soll als eigenständiges Unternehmen mit Konzernsitz in Berlin in den Bayer Bayer-Teilkonzern Healthcare integriert werden.

Wenning, der den Aufsichtsratsvorsitz der neuen Bayer Schering Pharma AG übernehmen wird, bezifferte die Integrationskosten in den ersten zwei Jahren mit jeweils 500 Mill. Euro. Danach erwartet er Synergieeffekte von 700 Mill. Euro jährlich. Zu jeweils einem Drittel sollen die Ergebnissteigerungen auf Einsparungen bei den Herstellkosten, den Forschungsausgaben und der Verwaltung entfallen. Mittelfristig peilt das Unternehmen eine Marge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 25 Prozent an. Derzeit liegt sie bei 19 Prozent.

Der neue Konzern wird mit einem Umsatz von rund neun Mrd. Euro der größte deutsche Pharmahersteller sein. Den Vorstandsvorsitz soll der Schotte Arthur Higgins übernehmen, der bereits seit zwei Jahren die Gesundheitssparte von Bayer leitet. Higgins verfolgt nach Angaben eines Sprechers ein Modell, das auf zwei Märkte fokussiert: das Geschäft mit Fachärzten und das Konsumentengeschäft.

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