Endesa: Eon muss tief in die Tasche greifen

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Eon muss tief in die Tasche greifen

Die geplante Übernahme des spanischen Versorgers Endesa dürfte für Eon teurer werden als geplant. Konkurrent Gas Natural macht keine Anstalten, von Endesa zu lassen. Dabei sind sie allerdings auf fremde Hilfe angewiesen. Doch Gas Natural ist wählerisch bei der Suche nach einem Partner und nimmt beileibe nicht jeden mit ins Boot.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT/MADRID. In Finanzkreisen wird damit gerechnet, dass Eon seine Offerte von 27,50 Euro je Aktie noch aufstocken wird. „Das ist sicherlich nicht das Ende der Fahnenstange“, hieß es am Mittwoch in Kreisen, die mit der Transaktion vertraut sind. Ein Preis von knapp 30 Euro sei durchaus darstellbar. Das Endesa-Management hatte das Angebot zuvor als „noch nicht ausreichend“ bezeichnet.

Eon hatte am Dienstag überraschend ein Übernahmeangebot für Spaniens größten Stromversorger unterbreitet, mit dem der Düsseldorfer Konzern weltweit zur Nummer eins der Strom- und Gasunternehmen aufsteigen würde. Er mischt sich damit in einen seit Monaten erbitterten Übernahmekampf ein. Gas Natural will Endesa feindlich übernehmen und wird dabei von der spanischen Regierung unterstützt. Die Endesa-Führung hat das Eon-Gebot zwar als attraktiver als das von Gas Natural bezeichnet, ist aber noch nicht zufrieden. Die spanische Regierung lehnt den Vorstoß ab.

Wie die Madrider Wirtschaftszeitung „Expansión“ am Donnerstag berichtete, sucht Gas Natural nun nach Verbündeten, um seine erste Offerte für eine Übernahme von Endesa aufzustocken. Die Katalanen wollten erreichen, dass ihre eigenen Hauptaktionäre – die Sparkasse La Caixa und der Mineralölkonzern Repsol YPF – mehr Bargeld für den Kampf um Endesa aufbrächten. Gas Natural hatte 22,5 Mrd. Euro für Endesa geboten. Davon sollten nur 35 Prozent in Form von Bargeld entrichtet werden. Eon bot in seiner Gegenofferte 29,1 Mrd. Euro in bar.

Der italienische Enel-Konzern hatte sich am Mittwoch öffentlich bereit erklärt, Gas Natural bei dessen Übernahmeversuch zu unterstützen. Die Hilfe schlug Gas Natural jedoch aus. Hintergrund des Angebots von Enel ist, dass Endesa in Italien stark vertreten ist und Enel bei einem Zusammengehen von Endesa und Eon einen mächtigen Konkurrenten auf heimischem Terrain bekäme.

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