Endesa-Pläne
Eon baut auf Unterstützung der EU

Mit Hilfe der Europäischen Kommission hofft der deutsche Eon-Konzern die Auflagen der spanischen Energieaufsicht CNE zur Übernahme von Endesa zu kippen.

HB GELSENKIRCHEN. Eon-Vorstandsmitglied Manfred Krüper sagte am Montag bei einem Kraftwerksbesuch in Gelsenkirchen, die EU-Kommission werde sich sorgfältig ansehen, welche Auflagen die CNE beschlossen habe. Die Wettbewerbshüter prüften, in wie weit die Auflagen mit EU-Gesetzen in Übereinstimmung zu bringen seien. „Und sie werden nach unserer Erwartung deutlich dagegen vorgehen“, fügte Krüper hinzu. Seiner Einschätzung nach stünden die von der Behörde verhängten Auflagen nicht im Einklang mit europäischen Gesetzen.

Der EU-Kommission liegt die rund 400 Seiten starke Begründung aus Spanien nach eigenen Angaben inzwischen vor. Ein Sprecher der Kommission in Brüssel sagte, Spanien müsse die EU noch formell über ihr Vorgehen unterrichten. Bislang sei sie nur informell verständigt worden. „Es gibt Übernahmeregeln und nach unserem Verständnis muss die Kommission darüber benachrichtigt werden“, sagte der Sprecher. Er wollte nicht sagen, ob es eine Frist hierfür gibt.

Die EU-Kommission hat angekündigt, frühestens Anfang September zu entscheiden, ob sie wegen der Entscheidung der CNE gegen Spanien vorgehen wird. Sollte die EU die Begründung der Aufsichtsbehörde ablehnen, kann sie Spanien vor dem Europäischen Gerichtshof verklagen. Die Wettbewerbshüter in Brüssel haben die Pläne von Eon bereits gebilligt und dies damit begründet, dass sich die Aktivitäten beider Unternehmen „nur in sehr begrenztem Umfang“ überschneiden.

Die von der Madrider Regierung mit Vetorechten ausgestattete Energiebehörde hatte am Freitag gefordert, Eon müsse bei einer Übernahme etwa ein Drittel des Kerngeschäfts von Endesa in Spanien abstoßen. Eon hält die Auflagen für unberechtigt und behält sich rechtliche Schritte vor. Die Übernahme habe weiter große Bedeutung für den Konzern.

Eon will Endesa für rund 27 Mrd. Euro übernehmen und damit zu einem der größten Strom- und Gasversorger der Welt aufrücken. Der Düsseldorfer Konzern traf dabei jedoch von Anfang auf Vorbehalte der spanischen Regierung. Diese hat sich trotz eines etwa sieben Mrd. Euro geringeren Angebots für eine Übernahme von Endesa durch Gas Natural ausgesprochen, um einen heimischen Energieriesen zu schmieden.

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