Endesa schüttet Dividende aus
Eon senkt Angebot für Endesa

Eon wird in der kommenden Woche das Gebot für den spanischen Versorger Endesa absenken. Doch das wird für den deutschen Energieriesen nur ein kurzes Luftholen sein, denn spanische Finanzkreisen sehen den Preis für Endesa weit höher, sollte es zu in Zukunft zu einem Bieterstreit kommen.

DÜSSELDORF. Sollte Endesa wie geplant seinen Aktionären am zweiten Januar eine Zwischendividende von 0,50 Euro ausschütten, wird sich Eons Offerte um den selben Betrag auf 34,50 Euro verringern. Das bestätigte ein Sprecher des Energiekonzerns. Das spanische Unternehmen würde dann mit 36,5 Mrd. Euro bewertet – eine halbe Mrd. Euro weniger als bisher.

Eon-Chef Wulf Bernotat hatte im Februar, als er die erste Offerte für Endesa über 27,50 Euro unterbreitete, mehrere Einschränkungen gemacht. Unter anderem kündigte er an, sämtliche Dividenden abzuziehen, die das Management des umworbenen Konzerns bis zum Abschluss der Transaktion ausschüttet. Anfang Juli – nach einer ersten Dividendenzahlung – reduzierte Eon das Gebot deshalb in einem ersten Schritt auf 25,40 Euro. Nachdem sich Ende September aber mit dem Baukonzern Acciona ein neuer Rivale in den Übernahmekampf einmischte, stockte Bernotat das Gebot wieder auf die derzeit gültige Offerte von 35 Euro auf, um den Konkurrenten vom Kauf weiterer Aktien abzuhalten.

Die Ankündigung, Dividenden anzurechnen, sei aber nach wie vor gültig, wie der Sprecher erklärte. Davon wird Eon nun Gebrauch machen. Ende Oktober hatte Endesa-Chef Rafael Miranda bei der Präsentation des Berichtes für die ersten neun Monate angekündigt, unabhängig vom laufenden Übernahmekampf hohe Dividenden auszuschütten und Anfang Januar wie jedes Jahr eine Zwischendividende zu zahlen. Sie wird mit 50 Cent immerhin um 64 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr.

Eons Kampf um Endesa zieht sich inzwischen schon über zehn Monate hin – und ein rasches Ende ist weiter nicht in Sicht. Der Konzern hat zwar nach einem harten Ringen die erforderlichen Genehmigungen von der spanischen Energiemarktaufsicht und der Börsenaufsicht CNMV vorliegen. Den Übernahmekampf mit dem konkurrierenden Bieter Gas Natural kann Eon aber noch nicht aufnehmen, weil dessen Offerte bei einem Handelsgericht und dem Obersten Gericht durch Klagen von Endesa ausgesetzt ist. Die CNMV kann nach spanischem Recht den Wettstreit um die Aktionäre jedoch erst eröffnen, wenn gegen keines der Gebote juristische Bedenken vorliegen.

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