Endesa-Übernahme
Ein Kampf Frau gegen Frau

Teresa Costa gehört zu den mächstigsten Frauen Spaniens. Von der 54-jährigen Wirtschaftsprofessorin hängt ab, ob der deutsche Versorger Eon den spanischen Wettbewerber Endesa übernehmen kann.

MADRID. Es fällt leicht, die Frau am Rednerpult zu unterschätzten. Ihre Haare sind modern stufig geschnitten und gelbblond gefärbt. Sie bilden einen Kontrast zum braun gebrannten Gesicht. Ihre rote Brille fällt auf, auch ihr dunkler Stufenrock und der rote Lippenstift. Erst wenn dieses raffinierte Lächeln ihren Mund umspielt, ahnt der aufmerksame Beobachter, dass Teresa Costa nicht umsonst zu einer der mächtigsten Frauen in Spanien geworden ist.

Von der 54-jährigen Wirtschaftsprofessorin hängt ab, ob der deutsche Versorger Eon den spanischen Wettbewerber Endesa übernehmen kann oder der katalanische Gasdienstleister Gas Natural zum Zuge kommt, wie es die heimische sozialistische Regierung gerne hätte. Costa ist die Präsidentin der vom Industrieministerium abhängigen Energiebehörde CNE, die in den kommenden Monaten darüber berät, ob das Angebot der Deutschen die Versorgungssicherheit der spanischen Bürger gefährdet, wie die Regierung vermutet.

„Ein schwieriges, wenn nicht unmögliches Unterfangen“, meint eines der Kommissionsmitglieder, der wie über hundert andere in der CNE derzeit Akten wälzt. Wie er fühlen sich viele dort enorm unter Druck gesetzt, „auf Biegen oder Brechen“ einen Grund zu finden, der gegen das deutsche Angebot spricht. Als eine Journalistin Costa bei einer öffentlichen Veranstaltung damit konfrontiert, windet sie sich heraus: „Druck ist schlecht für die Gesundheit, das sollte jeder vermeiden.“

Für die spanischen Medien, zumindest für die aus dem konservativen Lager, ist jedoch klar: „Die CNE wird von den regierenden Sozialisten instrumentalisiert, um Katalonien wirtschaftlich gegenüber Madrid aufzuwerten.“ Industrieminister José Montilla, selbst Katalane, gilt als einer der politischen Drahtzieher des im vergangenen September lancierten feindlichen Übernahmeangebots an Endesa seitens der in Barcelona ansässigen Gas Natural. Er war es auch, der seine Parteikollegin Costa im Sommer vergangenen Jahres an die Spitze der CNE setzte.

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