Endesa-Übernahme: Enel kommt Eon in die Quere

Endesa-Übernahme
Enel kommt Eon in die Quere

Der italienische Energiekonzern Enel durchkreuzt Eons Pläne für eine Übernahme der spanischen Endesa. Für mehr als 4 Mrd. Euro hat Enel knapp 10 Prozent an Endesa gekauft. Und die Italiener wollen noch mehr haben.

HB MADRID. Die 105,9 Mill. Aktien seien zum Preis von 39 Euro pro Stück erworben worden, teilte Enel am Mittwochmorgen in Mailand mit und bestätigte damit Presseberichte. Die Beteiligung sei Teil der Strategie, die Position des Unternehmens auf dem europäischen Strommarkt zu stärken. Die spanische Presse sah in dem Schachzug am Mittwoch den Versuch, eine Übernahme von Endesa durch Eon zu verhindern.

Eon gab sich am Mittwochmorgen betont gelassen. „Eon führt auch nach dem bekannt gewordenen Aktienerwerb durch Enel das Übernahmeangebot für Endesa unverändert fort“, erklärte das Düsseldorfer Dax-Unternehmen. Nur das von Eon unterbreitete Angebot richte sich an alle Endesa-Aktionäre. Enel hatte seine Anteile frei über die Börse erworben.

Für Eon könnte Enel dennoch gefährlich werden. Denn die Italiener wollen ihren Anteil an Endesa möglicherweise auf bis zu 24,99 Prozent aufstocken – also knapp unterhalb der Grenze von 25 Prozent, bei der Enel ein Übernahmeangebot vorlegen müsste. Doch schon die Aufstockung auf 24,99 Prozent würde die Genehmigung der spanischen Behörden bedürfen, fügte Enel am Mittwoch in einer Erklärung hinzu. Der Kauf eines 9,99-Prozent-Anteils am Vortag sei nicht in Abstimmung mit anderen Endesa-Investoren erfolgt. Er sei aus Bargeld-Mitteln von Enel finanziert worden. Nähere Angaben zu den Gründen machte Enel nicht.

Endesa-Aktien blieben am Mittwoch vom Handel ausgesetzt. Laut spanischer Börsenaufsicht sollte der Handel so lange ausgesetzt bleiben, bis die Umstände der Beteiligung von Enel an Endesa geklärt seien.

Eon hatte zuletzt 38,75 Euro je Endesa-Aktie oder insgesamt 41 Mrd. Euro für den größten Stromkonzern Spaniens geboten. Die Offerte ist an eine Mindestannahmequote von 50,1 Prozent sowie einer Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkung geknüpft. Auf einer Hauptversammlung am 20. März sollen die Endesa-Aktionäre diese beschließen. Durch den geplanten Zusammenschluss würde einer der größten Energiekonzerne der Welt mit über 50 Millionen Kunden in Europa, Süd- und Nordamerika entstehen.

Seite 1:

Enel kommt Eon in die Quere

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%