Endesa-Übernahme
Enel nutzt seine letzte Chance

Rund ein Jahr nach den missglückten Übernahme-Bestrebungen in Frankreich kann der italienische Versorger Enel in Spanien einen Erfolg verbuchen. Nach Eons Rückzug aus der Übernahmeschlacht um Endesa steigt der Stromkonzern zur Nummer zwei in Europa auf. Den Weg ebnete ein Kompromiss mit dem spanischen Baukonzern Acciona.

MAILAND. Rund ein Jahr nach den missglückten Übernahme-Bestrebungen in Frankreich kann der italienische Versorger Enel in Spanien nach der Einigung mit dem spanischen Baukonzern Acciona und der deutschen Eon einen Erfolg verbuchen. Gemeinsam mit der Neuerwerbung Endesa steigt Enel zum zweitgrößten europäischen Versorger nach der französischen EDF auf. Die offizielle Übernahmeofferte wird in der zweiten Aprilhälfte erwartet. Die Annahme gilt angesichts der bereits gesicherten Anteile und des Preises schon heute als so gut wie sicher.

„Wir haben eine Offerte zu einem höheren Preis geboten und sind überzeugt von dem Wert, den diese Offerte für die Endesa-Aktionäre mit sich bringt, aber auch von dem, was es uns an Wachstumsperspektiven bieten kann“, sagte gn der Vorstandsvorsitzende von Enel, Fulvio Conti, am gestrigen Dienstag.

Auch die italienische Politik begrüßte die Einigung. „Es ist ein positives Ergebnis erzielt worden, und deshalb bin ich zufrieden“, kommentierte Regierungschef Romano Prodi. Er hoffe, dass es angesichts der europäischen Einigung, „keine Spannungen und Probleme gibt“. Die ehemalige EU-Kommissarin und heutige Ministerin für den Außenhandel Emma Bonino sagte: „Ich bin sehr zufrieden.“ Auch die Märkte reagierten positiv auf die Neuigkeiten: Die Enel-Aktie legte zunächst kräftig zu. „Gut ist, dass die Unsicherheit jetzt weg ist“, lobt ein Analyst die Tatsache, dass ein monatelanger Rechtsstreit verhindert wurde.

Sobald die zuständigen Behörden grünes Licht geben, werden Enel und Acciona ihr bereits angekündigtes Übernahmeangebot vorlegen. Schon heute halten beide Unternehmen gemeinsam 46 Prozent der Endesa-Aktien. Nach der Übernahme wird eine neu gegründete Holding mit etwas mehr als 50 Prozent Endesa kontrollieren, die ihrerseits zu etwas mehr als 50 Prozent von der spanischen Acciona dominiert wird. Das bedeutet, dass Enel für drei Jahre die Kontrolle bei dem spanischen Baukonzern lässt, obwohl die Italiener de facto bis zu drei Viertel der Aktien halten werden. „Das war der Kompromiss, den Enel eingehen musste, um den Deal für Spanien akzeptabel zu gestalten“, heißt es aus Finanzkreisen. Auch der Unternehmenssitz bleibt für zunächst drei Jahre in Madrid. Danach wird Acciona voraussichtlich einzelne Unternehmensteile übernehmen und aussteigen, und Enel hat theoretisch freie Hand, das spanische Unternehmen komplett zu integrieren.

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