Endesa-Übernahme
Eon hat Kleinaktionäre auf seiner Seite

Die Aussichten für den Energiekonzern Eon, die Kontrolle über den größten spanischen Versorger, Endesa, zu erlangen, verbessern sich von Tag zu Tag. Kleinaktionärsverbände raten ihren Mitgliedern, bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 20. März für die Aufhebung der Stimmrechtsklauseln zu stimmen und halten auch den von Eon gebotenen Preis von 38,75 Euro je Aktie für attraktiv. Unsicher ist dagegen noch, wie sich die größeren Endesa-Aktionäre entscheiden werden.

scm MADRID. „Wenn wir die noch ausstehenden Sonder-Dividenden dazu rechnen, dann kommen wir auf 41 Euro je Aktie. Das ist wirklich gut“, sagt Joaquín Ferrer vom Aktionärsverband Accionistas Asociados.

Die Vertreter der Kleinaktionäre richten sich damit auch nach der Mehrheit der Analysten, die ebenfalls zum Verkauf der Aktie raten. Derzeit halten sie 16 Prozent an Endesa, 38 Prozent ist in Händen von internationalen institutionellen Investoren, zwölf Prozent gehören spanischen Fonds, zehn Prozent hält die spanische Sparkasse Caja Madrid, die Staatsholding Sepi besitzt drei Prozent und der spanische Baukonzern Acciona 21 Prozent. Die Frist für die Annahme des Angebotes endet am 29. März.

Auch Endesa-Chairman Manuel Pizarro riet den Kleinaktionären am Mittwoch in einem Radiointerview zum Verkauf der Aktie. Denn wenn Eon die Kontrolle über Endesa bekomme, würden die Stimmrechtsbeschränkungen aufgehoben. Kleinaktionäre hätten dann kaum noch Mitspracherecht. Sollte die Übernahme scheitern, werde andererseits der Aktienkurs fallen. „Verkaufen ist deswegen die beste Option“, sagte Pizarro.

Zwar haben die größeren Endesa-Aktionäre sich noch nicht entschieden, ob sie an die Deutschen verkaufen werden. Aber Caja Madrid hat sich zumindest wie die Endesa-Führung positiv zur Aufhebung der Stimmrechtsklauseln geäußert. In einem Treffen am Mittwoch mit Wirtschaftsjournalisten in Madrid zeigte sich Eon-Chef Wulf Bernotat überzeugt, dass auch die staatliche Holding Sepi für die Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkungen stimmen wird. Unsicher ist noch, was Acciona auf der Hauptversammlung machen wird. Bisher hatte der Baukonzern mit allen Mitteln versucht, die Übernahme von Endesa durch Eon zu verhindern. Um zumindest eine rege Teilnahme bei der Abstimmung zu sichern, hat Pizarro angekündigt, jeden, der auf die Hauptversammlung kommt, mit einer Sonderdividende von 0,15 Euro zu belohnen. Acciona könnte allein auf diese Weise 33 Mill. Euro einfahren.

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