Endesa-Übernahme: Eon stürzt sich in Schulden

Endesa-Übernahme
Eon stürzt sich in Schulden

Eon hat sich mit der Übernahme von Endesa einen dicken Brocken vorgenommen. Der ist auch für den finanzstarken Eon-Konzern nicht leicht zu stemmen und hätte massive Veränderungen in der Bilanzstruktur zur Folge.

DÜSSELDORF. Das Unternehmen, das bislang im Deutschen Aktienindex (Dax) über die größten liquiden Mittel verfügt, würde Nettoverbindlichkeiten von knapp 50 Mrd. Euro anhäufen.

Eon will schließlich nicht nur 29,1 Mrd. Euro in bar für das Endesa-Stammkapital bezahlen. Zudem würde Eon 18,3 Mrd. Euro an Nettoverbindlichkeiten von Endesa übernehmen, 4,7 Mrd. Euro an Minderheitsbeteiligungen und drei Mrd. Euro an Rückstellungen für Pensionen und Personalmaßnahmen. Insgesamt könnte die Transaktion ein Volumen von rund 55 Mrd. Euro erreichen. Sollte Eon das Gebot von 27,50 Euro je Aktie aufstocken, würde sich die Belastung weiter erhöhen. Nach Einschätzung von Analysten wäre dies für Eon aber zu verkraften.

Nach Berechnungen der Bilanzexperten von Sal. Oppenheim könnte die Nettoverschuldung bis zu 47 Mrd. Euro erreichen – der Konzern selbst nennt keine konkrete Zahl. Eon will die Übernahme schließlich ohne Aktientausch, sondern komplett über Eigenmittel und Kredite finanzieren.

Die Finanzsituation von Eon würde sich damit komplett ändern. Im letzten Zwischenbericht wies der Konzern noch eine Nettocashposition von 3,2 Mrd. Euro aus. Das heißt: Das Finanzvermögen übertraf mit 16,4 Mrd. Euro die Finanzschulden von 13,2 Mrd. Euro– eine für einen Großkonzern außergewöhnliche Finanzausstattung. Eon gilt als der Energiekonzern mit der am besten gefüllten Kasse. Die Transaktionssumme würde nun fast komplett den Finanzschulden zugeschlagen – bis auf die Rückstellungen, die diesem Posten nicht zugerechnet werden.

„Das ist aber nicht bedenklich und für einen Konzern wie Eon absolut zu verkraften“, sagt Oppenheim-Analyst Matthias Heck. Schließlich betrage das bilanzielle Eigenkapital des Konzerns ebenfalls 47 Mrd. Euro. Auch stehe der Konzern mit Blick auf die Eigenkapitalquote glänzend da. Er schätzt für 2006 – nach der Übernahme – den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital auf 25 Prozent. Zum Vergleich: Bei Konkurrent RWE beträgt die Quote nur 13 Prozent. Nach Hecks Worten wird Eon mit der Transaktion seine Bilanzstruktur sogar optimieren. Eine Nettocashposition ist für ein Unternehmen wie Eon auf Dauer nicht sinnvoll, weil Eigenkapital teurer ist als Fremdkapital.

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