Endesa-Übernahme: Für Eon kommt es in Spanien knüppeldick

Endesa-Übernahme
Für Eon kommt es in Spanien knüppeldick

Nicht genug, dass sich die spanische Regierung gegen die Übernahme des heimischen Versorgers Endesa durch Eon ausgesprochen hat und der Kaufkandidat mehr Geld erwartet. Nun tritt auch noch ein Konkurrenzunternehmen auf den Plan, das den Deutschen den scheinbar sicheren Kauf vor der Nase wegschnappen könnte.

scm/juf/HB MAILAND. Der italienische Versorger Enel könnte in das Rennen um den spanischen Versorger Endesa eingreifen. Enel sei bereit, sich hinter eine Neuauflage des Angebots der spanischen Gas Natural für Endesa zu stellen, sagte Enel-Chef Fulvio Conti am Mittwoch in einem Fernseh-Interview. Gas Natural wollte zu den Äußerungen keine Stellung nehmen. Eon hatte mit seiner Offerte von 29,1 Mrd. Euro das ältere Gebot von Gas Natural übertroffen, das bei lediglich 22,5 Mrd. Euro lag.

Doch Endesa ist auch mit dem Eon-Angebot noch unzufrieden. Die Offerte sei zwar besser als die von Gas Natural, hieß es von Endesa. Es sei sei aber noch nicht hoch genug und werde dem Wert des Unternehmens nicht gerecht. Die verhaltene Reaktion überraschte, wehrt sich das Endesa-Management doch vehement gegen die Attacke von Gas Natural, dem größten Gasversorger des Landes.

Endesa-Chef Manuel Pizarro hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass er auf der Suche nach einem liquiden weißen Ritter ist, um den feindlichen Übernahmeversuch durch den kleineren nationalen Wettbewerber mit aller Macht zu verhindern. „Wir sind für andere Angebote offen“, hatte er noch im Januar verkündet. Schon damals stand das Unternehmen in Kontakt mit Eon. Und die Deutschen machten auch umfangreiche Zugeständnisse. Endesa bleibt an der Börse, es werden keine Stellen abgebaut, und der Firmensitz bleibt in Madrid.

Das Management bestätigte zwar am Dienstag, dass es mit Eon Kontakte gegeben habe. Diese hätten aber noch nicht zu einer Vereinbarung geführt. Zugleich begrüßte die Endesa-Führung aber zumindest, dass Eon im Gegensatz zu Gas Natural ein reines Bargebot vorgelegt hat. Positiv sei auch, dass der deutsche Konzern die Aktiva von Endesa erhalten wolle.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass vor Eon – und jetzt Enel – noch kein anderer Weltkonzern seine Angel nach Endesa ausgeworfen hat. Der spanische Energieanbieter gilt nämlich als ein „dicker Fisch“. Endesa ist in Spaniens Elektrizitätswirtschaft unumstrittener Marktführer, in Italien und Lateinamerika gehört das Unternehmen zu den größten Anbietern. 2005 konnten die Spanier ihren Gewinn um 60 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro steigern. Der Umsatz wuchs um 30 Prozent auf 17,5 Mrd. Euro. Spanien ist wegen seines starken Wirtschafts- und Energiewachstums seit langem bei ausländischen Stromkonzernen beliebt.

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