Endgültige Entscheidung fällt im März
Großfusion schreckt die Milchbranche auf

Der europäische Molkereimarkt steht vor einer tief greifenden Neuordnung. Der dänisch-schwedische Molkereiriese Arla Foods und sein niederländischer Konkurrent Campina wollen fusionieren und die größte genossenschaftliche Molkerei der Welt bilden.

HB STOCKHOLM. Wie beide Unternehmen mitteilten, werde der neue Konzern unter dem Namen Campina Arla rund 28 000 Mitarbeiter beschäftigen. Der Jahresumsatz soll bei etwa zehn Mrd. Euro liegen.

Campina Arla käme auf eine Jahresproduktion von rund 14 Mrd. Kilogramm Milch und könnte damit seine dominierende Stellung in Nordeuropa, Deutschland, den Niederlanden, Russland und anderen osteuropäischen Staaten ausbauen. Der Marktanteil des neuen Milchriesen liegt in Europa bei etwa 13 Prozent. Im dem neuen Konzern wäre Arla mit 65 Prozent der größere Partner. Hauptsitz des neuen Unternehmens soll denn auch in Kopenhagen liegen, ein „Zweitsitz“ wird aber in den Niederlanden bleiben. In Deutschland ist Campina vor allem durch seine Joghurt-Marke Landliebe bekannt.

Vor einem Monat war eine geplante Großfusion der Bremer Nordmilch mit der Humana Milchunion aus Everswinkel gescheitert. Sollte jetzt eine Eheschließung zwischen Campina und Arla Foods zustande kommen, bliebe den beiden deutschen Molkereiunternehmen nach Einschätzung von Branchenkennern nur noch das wenig lukrative Massengeschäft mit den Discountern. Das deutlich rentablere Markengeschäft würde von Campina Arla sowie den Mitbewerbern Danone und Oetker abgedeckt werden.

Arla Foods, die vor fünf Jahren aus der schwedischen Arla und der dänischen MD Foods gebildet wurde, ist schon heute Europas größter Produzent von Milchprodukten vor der französischen Lactalis. In Großbritannien hält der dä- nisch-schwedische Konzern 51 Prozent an Arla Foods UK.

Arla-Foods-Chef Knud Erik Jensen, der im neuen Unternehmen den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden übernehmen soll, begründete gestern in Kopenhagen den geplanten Zusammenschluss mit der Agrarreform der Europäischen Union. „Wir glauben, dass wir zusammen mit unseren holländischen Partnern ein Unternehmen aufbauen können, das die negativen Effekte der EU-Agrarreform besser handhaben kann. Außerdem sind wir ein attraktiverer Partner für die internationalen Handelsketten“, erläuterte er.

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