Endmontage im Land selbst
Chinesen ordern 150 Airbus-Maschinen

Der europäische Flugzeughersteller Airbus versucht alles, um die Vorherrschaft des Erzrivalen Boeing auf dem boomenden chinesischen Luftfahrtmarkt zu brechen. Um den Chinesen 150 Flugzeuge des Mittelstrecken-Typs A320 schmackhaft zu machen, waren die Europäer deshalb zu hohen Zugeständnissen bereit.

HB PEKING. Es sei eine Vereinbarung für die Montage der Airbus-Maschinen in China geschlossen worden, sagte Konzernchef Louis Gallois am Donnerstag am Rande des Staatsbesuches von Frankreichs Präsidenten Jacques Chirac in Peking. Zusätzlich sei eine Option für 20 Flugzeuge des Langstrecken-Typs A350 vereinbart worden. Das Modell ist noch gar nicht entwickelt; nicht mal die Realisierung ist sicher. Einen Preis für das Gesamtpaket nannte Gallois nicht. Es geht aber um mehrere Milliarden Euro.

Das Montagewerk für den A320 soll in Tianjin nahe der Hauptstadt Peking errichtet werden. Es ist das erste Airbus-Werk dieser Art außerhalb von Europa. Bei einem vorherigen Staatsbesuch hatte Airbus die Errichtung einer Produktionsstätte in China bereits angekündigt. Dies hatte zu scharfen Protesten von Politikern in Europa geführt. Sie fürchten, dass die Chinesen einen zu starken Einblick in die Airbus-Technik bekommen und diese dann kopieren.

Die chinesische Führung bringt lukrative Industrieaufträge für ausländische Firmen oft im Rahmen größerer Staatsbesuche unter Dach und Fach. So hatte China während des Frankreich-Besuches seines Ministerpräsidenten Wen Jiabao im Dezember 150 Airbus-Maschinen im Wert von 10 Mrd. Dollar bestellt. Der damalige Auftrag war ungefähr gleich groß wie eine ähnliche Bestellung beim US-Erzrivalen Boeing, der bislang den chinesischen Flugzeugmarkt dominiert. Etwa zwei von drei chinesischen Maschinen stammen derzeit von Boeing.

Vor der jetzigen Vertragsunterzeichnung war Chirac mit militärischen Ehren von Chinas Präsident Hu Jintao in Peking empfangen worden. Im Mittelpunkt des viertägigen Besuchs von Chirac stehen vor allem engere Wirtschaftsbeziehungen und der Abschluss von milliardenschweren Aufträgen für die französische Industrie. Zum Auftakt seiner wahrscheinlich letzten größeren Auslandsreise als französisches Staatsoberhaupt würdigte Chirac den zunehmenden Einfluss Chinas in der internationalen Politik.

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