Enel beschwert sich schriftlich in Brüssel
Streit um Übernahmeblockaden in Energiebranche spitzt sich zu

dpa-afx BRÜSSEL. Der Konflikt in der EU um Blockaden riesiger Firmenübernahmen im Energiesektor spitzt sich zu. Der italienische Marktführer Enel beschwerte sich schriftlich bei der EU-Kommission, denn sein möglicher Einstieg beim französischen Versorger Suez soll verhindert werden. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück kritisierte offen die französische Politik der Abschottung der Energiemärkte.

Der Brief von Enel sei bei der Kommission eingegangen und werde nun genau geprüft, sagte der Sprecher von EU-Binnenmarktkommissar Charlie Mccreevy am Donnerstag in Brüssel. Frankreich versucht derzeit, mit der Schnellfusion der heimischen Versorger Suez und Gaz de France (GDF) ein Übernahmeangebot von Enel für Suez zu durchkreuzen. Ähnlich trifft deutsche Energiegigant Eon in Spanien auf Widerstand gegen seinen Versuch, den spanischen Stromkonzern Endesa zu übernehmen.

Steinbrück sagte der Pariser Finanzzeitung "La Tribune", die EU-Staaten seien dem freien Kapitalverkehr verbunden. Man dürfe sich nicht dagegenstellen, sobald das Kapital mobil werde. "Deutschland hat seinen Energiemarkt im Verhältnis zu anderen stark geöffnet. Ich stelle fest, dass das Prinzip der Gegenseitigkeit für Frankreich nicht gilt."

Kommissar Mccreevy hatte dem italienischen Wirtschafts- und Finanzminister Giulio Tremonti in dieser Woche zugesagt, er werde die französische Übernahmeabwehr in der Energiebranche genau beobachten. Der Ire hatte aber gleichzeitig bei den Italienern Nachweise angemahnt, dass Frankreich mit der geplanten Fusion GDF/Suez tatsächlich gegen EU-Regeln verstößt. Zu den Details des Briefs von Enel nahm der Sprecher keine Stellung.

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