Industrie
Enel erwägt Verkauf seiner Telefontochter

Der italienische Stromkonzern Enel prüft als Alternative für den 2006 geplanten Börsengang einen sofortigen Verkauf seiner Telekommunikationstochter Wind. Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass Enel-Chef Paolo Scaroni im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft Energie derzeit alle Möglichkeiten für einen Abschied aus der Telekommunikation durchspiele.

mab MAILAND. Dem Vernehmen nach laufen bereits Gespräche mit der France Télécom, die sich aber noch in einem sehr frühen Stadium befinden. Mit über zehn Millionen Mobilfunkkunden, rund drei Millionen Festnetzanschlüssen und knapp 16 Millionen Internet-Nutzern ist Wind neben dem Ex-Monopolisten Telecom Italia der einzige Vollservice-Anbieter auf der Apenninenhalbinsel. Analysten schätzen den Unternehmenswert inklusive der Schulden von über sechs Mrd. Euro auf zwölf bis 14 Mrd. Euro. Im kommenden Jahr soll Wind bei einem Umsatz von über vier Mrd. Euro erstmals einen Nettogewinn ausweisen.

France Télécom hatte Wind 1997 gemeinsam mit Enel und der Deutschen Telekom gegründet. Im Zuge des gescheiterten Fusionsversuches der Deutschen Telekom mit der Telecom Italia hatte Ron Sommer im Jahr 2000 seinen 25-prozentigen Anteil an die beiden anderen Gesellschafter veräußert. France Télécom hatte 2003 zum Zweck des Schuldenabbaus seine Quote von 26,6 Prozent für 1,33 Mrd. Euro an Enel abgegeben. Nun scheinen die Franzosen aber wieder Interesse bekommen zu haben. Das liegt nach Aussagen aus den Kreisen erstens daran, dass Wind die einzige Möglichkeit darstellt, großflächig in den reichen italienischen Telekommarkt einzusteigen. Zweitens könnte der Deal per Aktientausch organisiert werden, Bargeld müsste also nicht fließen.

Enel würde dann zu einem der Großaktionäre der France Télécom. Analysten kalkulieren damit, dass der italienische Stromkonzern durch einen solchen Deal mehr als zehn Prozent der France Télécom erhalten würde. Während die Kreise auch die deutsche Telekom als potenziellen Kandidaten ansehen, sehen sie die Fusion von Wind mit dem Breitbandanbieter E-Biscom als unwahrscheinlicher an.

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