Industrie
Enel will Telekomgeschäft verlassen

Italiens größter Energieversorger Enel will sich innerhalb der kommenden drei Jahre komplett aus dem Telekom-Geschäft zurückziehen. Bis 2008 soll auch der indirekte Anteil verkauft sein, den Enel nach der Veräußerung seiner Telekomtochter Wind noch halte, sagte Vorstandschef Fulvio Conti der „Financial Times Deutschland“.

dpa HAMBURG/ROM. Damit werde Enel als reines Versorgerunternehmen ausgerichtet. Enel hatte im Mai den Verkauf von Wind an den ägyptischen Investor Naguib Sawiris angekündigt. Wind ist drittgrößter Mobilfunk- und zweitgrößter Festnetzbetreiber Italiens. Die Transaktion bewertet Wind mit rund zwölf Mrd. Euro.

Enel veräußert seine Anteile an Sawiris Holding Weather in zwei Schritten bis Januar 2006 und erhält im Gegenzug 26 Prozent an Weather. Enel bekommt drei Mrd. Euro in Bar und kann über sieben Mrd. Euro aus der Bilanz streichen.

Analysten hatten laut „FTD“ die über Weather immer noch bestehende Telekombeteiligung kritisiert. „Aber es war ein gutes Vorgehen, einen Minderheitsanteil zu übernehmen. Denn die Fusion der beiden Geschäfte hebt Synergien und wird mehr Wert schaffen“, sagte Conti. Darum könne Enel später zu einem höheren Wert verkaufen.

„Was den Zeitplan angeht, rechne ich damit, dass wir etwa in der zweiten Jahreshälfte 2007 damit beginnen können, die restlichen 26 Prozent zu verkaufen“, erklärte der Manager. Er ergänzte auf die Frage, ob die Veräußerung noch während seiner Amtszeit abgeschlossen sein werde: „Ich nehme an, dass das der Fall ist.“ Contis Vertrag läuft bis Mai 2008.

Conti unterstrich seine Absicht, sich künftig auf das Kerngeschäft Strom und Gas zu konzentrieren. „Die fokussierte Energiegesellschaft ist das Geschäftsmodell, das ich verfolgen werde.“ Italien hatte beim ersten Börsengang (IPO) Ende 1999 rund 34 Prozent des Staatsbetriebs Enel an die Börse gebracht. In zwei weiteren Tranchen kamen 2003 und 2004 noch einmal insgesamt 26 Prozent auf den Markt. Mit der vierten Tranche vergrößert sich der Streubesitz auf 70 Prozent.

Den Erlös aus dem Wind-Verkauf will Conti unter anderem für Akquisitionen verwenden. „Durch die Dekonsolidierung von Wind werden wir zehn bis zwölf Mrd. Euro für das Unternehmen heben. Das lässt uns eine ähnlich große Summe sowohl für höhere Dividenden als auch für Akquisitionen - entweder mehrere mittlere oder ein oder zwei große.“ Besonderes Interesse habe Enel an Osteuropa, unter anderem an Bulgarien. Deutsche Unternehmen kommen für Conti hingegen nicht in Frage. „Ich glaube, das wäre im Augenblick nicht machbar“, sagte er der Zeitung.

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