Energie Baden-Württemberg will der Eon AG deren 15-Prozent-Paket am Mannheimer Konkurrenten abkaufen
EnBW bedrängt den Nachbarn MVV

Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) drängt offenbar gegen den Willen der MVV Energie AG in den Aktionärskreis des Konkurrenten. Deutschlands drittgrößter Versorger wolle Branchenführer Eon dessen 15-Prozent-Paket an der MVV abkaufen, hieß es aus Kreisen der beteiligten Unternehmen.

DÜSSELDORF. Derzeit werde über den Preis verhandelt. Mit einem Abschluss sei bereits in wenigen Wochen zu rechnen. Bei der MVV sehe man den Einstieg des Nachbarn kritisch. Offiziell bestätigen wollte aber keines der Unternehmen die Gespräche.

Die EnBW aus Karlsruhe hat seit Jahren ein Auge auf den Mannheimer Konkurrenten geworfen. Ex- Vorstandschef Gerhard Goll hatte wiederholt beim Mehrheitsaktionär, der Stadt Mannheim, vorgefühlt, war aber stets abgewiesen worden. Für EnBW wäre eine Allianz reizvoll, weil die Versorgungsgebiete unmittelbar aneinander grenzen.

Die neue Chance ergibt sich offenbar durch die Fusion von Eon und Ruhrgas, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ gestern berichtete. Eon habe EnBW eine bis Ende 2004 befristete Option auf das MVV-Paket eingeräumt, damit diese ihren Widerstand gegen den Zusammenschluss mit der Ruhrgas aufgibt. Die EnBW hatte mit anderen Unternehmen die Fusion vor Gericht blockiert und den Weg erst in letzter Minute gegen Zugeständnisse frei gemacht, über die die Partner aber Stillschweigen vereinbarten. Im April hatte Eon der EnBW bereits zur Kontrolle über einen Regionalversorger in Ostdeutschland verholfen.

„Mit 15 Prozent kann die EnBW nicht viel anfangen“, gibt man sich in Mannheim gelassen. Der Konkurrent wolle vermutlich einen „Fuß in der Tür“ haben und hoffe, weitere Anteile zu bekommen. Derzeit hält die Stadt Mannheim noch 72,8 Prozent, 12,2 Prozent sind breit gestreut. Die Hauptversammlung hat zwar im Frühjahr den Weg für einen Kapitalerhöhung und einen zweiten Börsengang freigemacht. „Es gibt aber das klare Bekenntnis der Stadt, die EnBW nicht größer an der MVV zu beteiligen“, hieß es im Umfeld des Unternehmens.

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