Energie
Eon-Auftrag festigt gefährdete Allianz von Siemens und Areva

Der weltweite Bedarf an Energie steigt, vor allem in der Industrie. Die Kraftwerksbauer haben volle Auftragsbücher, die Kernkraft könnte vor einer Renaissance stehen. Eon will mit Areva und Siemens zusammenarbeiten.

MÜNCHEN. Wer nachts über wirtschaftlich aufstrebende Länder wie Indien oder China fliegt, der stellt schnell fest: in vielen Gegenden ist es stockfinster. Das liegt nicht daran, dass die Leute so früh ins Bett gehen und deshalb das Licht ausmachen. Meist fehlt schlicht der Strom für die Lampen.

Je wohlhabender diese boomenden Nationen werden, desto weniger sind die Menschen bereit, im Dunkeln zu sitzen. Der Energieverbrauch in den Schwellenländern steigt deshalb rasant, nicht nur in den Privathaushalten, sondern vor allem auch in der Industrie. Die Kraftwerksbauer jubeln deshalb über volle Auftragsbücher.

„Durch den weltweiten Hunger nach Energie boomt die Nachfrage in allen Regionen“, sagte jüngst Frank Stieler, Vorsitzender der Gas- und Dampfturbinenhersteller im Branchenverband VDMA. Während es in Deutschland vor allem darum geht, alte Kraftwerke zu ersetzen oder zu modernisieren, entstehen im Ausland oft ganz neue Anlagen. Dies schlägt sich in den Zahlen der Anbieter nieder: Vergangenes Jahr kletterte der Umsatz der deutschen Produzenten von Kraftwerks- und Turbinentechnik um satte 15 Prozent auf knapp 22 Mrd. Euro.

Die steigende Nachfrage wird nach Ansicht der Kraftwerksbauer auch zu einer Renaissance der Kernkraft führen. Schon heute planen oder bauen zahlreiche Länder neue Atommeiler. In Europa sind die Arbeiter in Finnland und Frankreich bereits am Werk, in den USA stehen die Bagger bereit, und der französische Areva-Konzern hat Aufträge für China in der Tasche.

Auch die deutschen Energieversorger glauben an die Atomenergie, wenn nicht im eigenen Land, dann doch außerhalb der Grenzen. Gestern kündigte Eon an, mit dem Atomkonzern Areva und der Kraftwerkssparte von Siemens zu kooperieren. Dabei soll Areva künftig den nuklearen Part liefern, Siemens die konventionellen Teile für die neuen Atomkraftwerke vom Typ ERP.

Dass sich Eon an die beiden Partner bindet, hat seinen Grund. Inzwischen drohen die Kraftwerksbauer unter der Auftragsflut bereits zu ersticken. Siemens ist mit dem Bau an einigen Orten so sehr im Verzug, dass dies den Konzern 600 Mill. Euro kostet. „Zu wenig Personal sowie Engpässe bei der Lieferung von Komponenten“ machten die Münchener jüngst als Gründe für die Schwierigkeiten aus.

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