
HB STUTTGART Beim Stadtwerkeverbund MVV Energie schmilzt nach den jüngsten Preissenkungen der Gewinn. Auch die milde Witterung von Oktober bis Dezember und die geschrumpfte Industrieproduktion habe zum Rückgang des operativen Gewinns beigetragen, teilte MVV am Montag in Mannheim mit. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (per Ende September) habe der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn von Steuern und Zinsen um acht Prozent auf 85 Mio. Euro nachgegeben, obwohl MVV deutlich mehr Strom und Gas an seine Privat- und Industriekunden lieferte. „Unsere Bestandskunden haben zwar weniger Energie verbraucht, aber wir haben viele neue Kunden in der Industrie gewonnen“, sagte ein Sprecher. Der Umsatz legte im ersten Geschäftsquartal daher um ein Prozent auf 839 Mio. Euro zu.
MVV peilt im laufenden Geschäftsjahr an, den Umsatz mit 3,2 Mrd. Euro und das operative Ergebnis mit 239 Mio. Euro auf Vorjahreshöhe zu halten. Die wirtschaftliche Erholung nach der Krise werde voraussichtlich länger dauern und die Energiewirtschaft weiter belasten, räumte der fünftgrößte deutsche Versorger ein.
Bei den Energiepreisen sei weiterhin mit starken Schwankungen zu rechnen. Zudem drücke bei der Müllverbrennung das im Zuge der Wirtschaftskrise geschrumpfte Abfallaufkommen und ein Überangebot an Verbrennungsanlagen auf die Preise. Auch die zum Teil um bis zu 20 Prozent gesenkten Verkaufspreise für Gas und Strom wirkten sich in den kommenden Monaten weiterhin negativ aus. MVV wolle diese Einbußen durch weitere Kostensenkungen auffangen, kündigte Vorstandschef Georg Müller an.