Energiebranche
EDF will Constellation helfen

Mitten in der laufenden Übernahme des Atomkonzerns British Energy erwägt der Energiekonzerns Electricité de France (EDF) seinem US-Partner Constellation zu helfen, der unter den Folgen der Finanzkrise leidet.

ali/HB PARIS. Die Franzosen erwägten ein Angebot für den US-Partner Constellation Energy, schreibt die "Financial Times" (FT). Der geschätzte Wert des Stromanbieters, der im Zuge der allgemeinen Finanzkrise binnen drei Tagen 68 Prozent seines Börsenwertes verloren hat, liege bei zehn Mrd. Dollar. Die US-Gesetze verbieten jedoch eine Mehrheitsübernahme durch ein ausländisches Unternehmen. Deshalb wird es wohl eher auf eine Kapitalspritze durch EDF hinauslaufen.

EDF hatte erst vor anderthalb Wochen seinen Anteil an Constellation auf 9,51 Prozent verdoppelt. Beide Unternehmen sind auch über ein Gemeinschaftsunternehmen namens Unistar verbunden, das Atomkraftwerke in den USA entwickelt und baut. EDF will in den USA mehrere EPR-Atomkraftwerke errichten und hat sich verpflichtet, 625 Millionen Dollar in Unistar zu investieren. Der Wert der EDF-Beteiligung an Constellation ist von einer Milliarde auf 350 Millionen Dollar geschrumpft.

Constellation selbst hat nach Angaben der FT erst am Mittwoch eingeräumt, in fortgeschrittenen Gesprächen mit einem möglichen Käufer zu sein.

Derweil ist der französische Atomkraftanbieter bei der Übernahme des britischen Atomstromproduzenten British Energy noch nicht am Ziel. Das Thema wurde am Mittwochabend kurzfristig von der Tagesordnung des EDF-Verwaltungsrates genommen. Nun werde ein neues Übernahmeangebot für kommende Woche erwartet, berichtet der "Figaro" am Donnerstag.

Der britische Staat, der 35 Prozent an British Energy hält, ist zum Verkauf an EDF bereit. Doch die Fonds Invesco und M&G, die 15 und 7 Prozent an British Energy halten, wollen mehr Geld. In Paris steht EDF dagegen in der Kritik, weil das bisherige Angebot von gut 15 Milliarden Euro als zu hoch angesehen wird. EDF will über British Energy in Großbritannien mehrere Kernkraftwerke des Typs EPR bauen.

EDF-Chef Pierre Gadonneix hatte die Erwartungen an ein höheres Angebot zuletzt gedämpft.

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