Energiebranche: GDF Suez kommt mit Kohlekraftwerk nicht durch

Energiebranche
GDF Suez kommt mit Kohlekraftwerk nicht durch

Bittere Pille für GDF Suez. Das Energieunternehmen wird in Stade wohl doch kein Kohlekraftwerk errichten können. Der Konzern zieht die Konsequenzen aus einem Genehmigungsverfahren - und der veränderten wirtschaftlichen Lage.
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HB STADE. Weiterer Rückschlag für Niedersachsen auf dem Weg zu einem Energie- und Kraftwerksstandort: Wegen Schwierigkeiten im Genehmigungsverfahren hat die französische GDF Suez ihre Planung zum Bau eines Kohlekraftwerks in Stade nach Mitteilung vom Montag aufgegeben. Zuvor waren bereits Vorhaben anderer Energiekonzerne in Emden und im emsländischen Dörpen aufgegeben worden. Eine Rolle spielen die durch die Wirtschaftskrise veränderten Rahmenbedingungen. Gegen die Projekte gibt es auch Proteste von Umweltschützern.

Wie GDF Suez am Montag in Berlin mitteilte, sei der Bau des Kraftwerks in Stade aus Schallschutzgründen in der geplanten Größenordnung nicht machbar. Außerdem hätten wasserrechtliche Auflagen die Wirtschaftlichkeit des Projekts gefährdet. "Insbesondere auch in dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld mit seinen veränderten Bedingungen für Großinvestitionen in der Energiewirtschaft erscheint es uns daher nicht sinnvoll, das Projekt in Stade weiter zu verfolgen", erklärte Unternehmenssprecherin Alexa Herrmann. GDF Suez hatte in Stade ein 800 Megawatt-Kohlekraftwerk bauen wollen. Zwei weitere Kohlekraftwerke werden in Stade von anderen Energieunternehmen geplant.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßte den Rückzug und sieht darin ein weiteres Signal für ganz Niedersachsen. "Nun scheinen auch die großen Energiekonzerne langsam die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen und stellen fest, dass die Dreckschleudern nicht mehr zukunftsfähig sind", erklärte der niedersächsische BUND-Vorsitzende Heiner Baumgarten. In Stade lasse sich die Entnahme von Kühlwasser aus der Elbe nicht genehmigen, deswegen seien auch die Pläne für ein von E.ON dort geplantes Kraftwerk zum Scheitern verurteilt.

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) bedauerte die Entscheidung des französischen Konzerns. "Niedersachsen ist und bleibt ein ausgezeichneter Standort für Investoren", ließ Sander erklären. Das Unternehmen habe ihm für die bisherige Unterstützung gedankt und mitgeteilt, die Pläne für ein weiteres Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven seien auf gutem Wege. Das Ziel sei eine Inbetriebnahme 2011. Ein weiteres Kraftwerk will GDF Suez in Brunsbüttel am anderen Elbufer in Schleswig-Holstein bauen.

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