Industrie

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Energiebranche: Russen übernehmen AKW-Entsorger Nukem

Das Nukem-Geschäft mit der Stilllegung von Kernkraftwerken und der Entsorgung von Brennelementen geht an den Anlagenbauer Atomstroyexport. Die frühere RWE-Tochter Nukem war schon länger nicht mehr in Deutschland aktiv. Unter den neuen Besitzern will man sich jetzt verstärkt um frische Aufträge bemühen.

In Zukunft könnten deutsche Kernkraftwerke unter russischer Regie stillgelegt werden. Quelle: ap
In Zukunft könnten deutsche Kernkraftwerke unter russischer Regie stillgelegt werden. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Deutsche Kernkraftwerke könnten künftig unter russischer Regie stillgelegt werden. Der russische Nuklearkonzern Atomstroyexport hat den deutschen Spezialisten für die Abwicklung von alten Reaktoren, Nukem Technologies, gekauft. Das Geschäft, das im Sommer angebahnt wurde, ist jetzt besiegelt. Über die finanziellen Modalitäten wurden keine Angaben gemacht.

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Das Unternehmen Nukem in Alzenau im Rhein-Main-Gebiet, das früher zum RWE-Konzern gehörte, wird damit endgültig zerschlagen. Die Russen übernehmen das Geschäft mit der Stilllegung von nuklearen Einrichtungen sowie der Entsorgung von radioaktiven Abfällen und abgebrannten Brennelementen. Das Geschäft beherrschen weltweit nur eine Handvoll Anbieter. In dem Ingenieurbereich arbeiten rund 200 Mitarbeiter, er erwirtschaftete allerdings nur etwa ein Zehntel des Umsatzes von derzeit rund 600 Mio. Euro.

Die Nukem GmbH wird sich künftig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Gemeinsam mit einer US-Tochter ist sie einer der weltweit führenden Dienstleister im Handel mit neuen Brennelementen. Hier arbeiten nur 50 Mitarbeiter, im Handelsgeschäft wurden bisher aber 90 Prozent der Umsätze erwirtschaftet.

Atomstroyexport, eine Tochter der russischen Nuklearholding Rosatom, rundet mit dem Kauf das eigene Portfolio ab. Das Unternehmen selbst ist einer der weltweit führenden Atomkraftwerksbauer und konkurriert unter anderem mit der französischen Areva. Die Russen arbeiten zurzeit an einer Allianz mit dem deutschen Siemens-Konzern, der sich wieder verstärkt in der Kernenergie engagieren will.

"Mit Atomstroyexport haben wir einen strategischen Investor, der unser tägliches Geschäft bestens versteht und weiterentwickeln wird", sagte der Geschäftsführer der übernommenen Sparte, Ulf Kutscher.

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