Energiebranche
Tschechen fördern deutsche Kohle

Erstmals wagt ein osteuropäischer Wettbwerber den Sprung nach Deutschland: Der tschechische Energiekonzern CEZ übernimmt gemeinsam mit einem Konsortium die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft. Damit hat der deutsche Tagebau einen neuen Player.

DÜSSELDORF. Tschechische Energieunternehmen steigen in die Förderung von deutscher Braunkohle ein. Ein Konsortium unter Beteiligung des tschechischen Marktführers CEZ übernimmt die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag), die aus zwei großen Tagebaubetrieben in Sachsen und Sachsen-Anhalt fördert. Die Tschechen setzten sich in einem Bieterverfahren durch und bezahlen gut 400 Mio. Euro.

Bislang war die Mibrag im Besitz der beiden US-Konzerne NRG und URS, die jeweils 50 Prozent hielten. Sie wollen sich aber komplett aus Deutschland zurückziehen und stellten die Mibrag schon vor Monaten zum Verkauf. Interessiert waren auch die beiden großen Versorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) und Vattenfall.

Mibrag ist südlich von Leipzig im Revier Mitteldeutschland aktiv, der drittgrößte deutsche Braunkohleförderer und hat mit einer jährlichen Produktion von 19 Mio. Tonnen einen Marktanteil von etwa einem Zehntel. Die nachgewiesenen Reserven summieren sich zur Zeit auf 530 Mio. Tonnen. Klarer Branchenführer ist der RWE-Konzern, der im Rheinland über die Hälfte der deutschen Braunkohle fördert. An Nummer zwei steht Vattenfall mit der Förderung in der Lausitz. Deutschlands größter Energiekonzern Eon ist zwar auch aktiv, hat im niedersächsischen Helmstedt aber nur einen kleinen Betrieb.

Die Mibrag war 1990 durch Privatisierung aus dem Braunkohlenkombinat Bitterfeld hervor gegangen und 1994 von US-Investoren aufgekauft worden. Zuletzte setzte sie rund 330 Mio. Euro um, erzielte ein Betriebsergebnis von 50 Mio. Euro und beschäftigte 2 150 Mitarbeiter. Die Mibrag beliefert zwei große Kraftwerke in der Umgebung, die von Vattenfall und Eon betrieben werden, Industrieunternehmen und die Stadtwerke Dessau mit Rohbraunkohle und mit einer Staubfabrik mehrere Zementhersteller. Mit drei kleinen Kraftwerken stellt es zwar in erster Linie die eigene Stromversorgung sicher, beliefert aber auch einige Tausend Endkunden.

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