
HB DÜSSELDORF. Der Atomkraftwerksbetreiber RWE fürchtet wegen der geplanten Brennelementesteuer um seine Milliardengewinne. „Sollte dieses Vorhaben Wirklichkeit werden, würde es in erheblichen Umfang unsere Ertragskraft schmälern“, erklärte RWE-Chef Jürgen Großmann bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Donnerstag. Die mittelfristig angepeilten Gewinnsteigerungen seien durch die Steuerpläne gefährdet. Der Essener Konzern müsse diese Ziele überprüfen.
Zudem müsse RWE notfalls Investitionen zurückfahren, um seine Bonitätsnoten von den Ratingagenturen unverändert zu halten. Am Vortag hatte bereits Marktführer E.ON die Bundesregierung wegen ihrer Pläne scharf angegriffen.
Von Januar bis Juni steigerte RWE Umsatz und Gewinn unerwartet deutlich. Dank eines gestiegenen Strom- und Gasabsatzes sowie der Einbeziehung des 2009 erworbenen niederländischen Versorgers Essent stiegen die Erlöse um zwölf Prozent auf 27,4 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn legte um mehr als 20 Prozent auf rund fünf Mrd. Euro zu. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Umsatz von 26,1 Mrd. und einem Betriebsergebnis von 4,6 Mrd. Euro gerechnet. RWE bekräftigte, in diesem Jahr das betriebliche Ergebnis und das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis um fünf Prozent steigern zu wollen.
„Die Politik steht im Wort, klare Aussagen zur Laufzeitverlängerung der Kernenergie zu treffen und diese in ein ausgewogenes Energiekonzept einzubetten“, betonte Großmann. „Wir brauchen klare Kante.“ Bislang habe die Politik eher für Verunsicherung gesorgt. Die Bundesregierung will von den AKW-Betreibern - RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall - eine Brennelementesteuer kassieren, die von 2011 bis 2014 jährlich 2,3 Mrd. Euro in die klamme Bundeskasse spülen soll. Das betriebliche Ergebnis von RWE werde dadurch um etwa eine Milliarde Euro belastet, erklärte das Unternehmen. Der Konkurrent E.ON hatte am Mittwoch seine jährliche Belastung auf 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro beziffert.
Großmann bekräftigte, dass die Betreiber bereit seien, einen Teil der Zusatzgewinne aus einer Laufzeitverlängerung abzugeben. „In diesem Sinne schlagen wir als Alternative zu einer Steuer auf Kernbrennstoffe für den Fall einer Laufzeitverlängerung von mindestens 15 Jahren einen Fonds vor, der sich aus Mitteln der kernenergiebetreibenden Unternehmen finanziert.“ Weder Großmann noch Finanzchef Rolf Pohlig wollten sich dazu äußern, welche Summen in den Topf fließen könne. „Ich werde keine Zahl für den Fonds in die Welt setzen“, sagte Pohlig. Großmann verwies darauf, dass noch weitere Fragen, etwa Dauer der Laufzeit oder Investitionen in die Sicherheit der Anlagen, offen seien. „Der Ball liegt ganz klar in Berlin.
Seltsam, kein Aufschrei aus der Gemeinde derjenigen, die die hohen Strompreise den erneuerbaren Energien zurechnen. Wenn einer der vier großen Stromkonzerne in Deutschland aufs Jahr hochgerechnet 2-stellige Milliardengewinne macht ( und bei den anderen drei sieht es ja ähnlich aus), dann frage ich mich schon, ob dies nicht alles auf Kosten der Verbraucher erzielt wurde. Hier kommt auch kein Einwand seitens der Regierung, die Strompreise für die Endkunden zu senken etc. Ganz zu Schweigen, dass sich die Presse aufregt...aber da schielt man wahrscheinlich auf die Werbeeinnahmen, die die Verlage dringend notwendig haben. ich kann mir auch nicht vorstellen, dass bei einem Stop der Einspeisung der Erneuerbaren Energien (Wind, Solar, biogas), die Stromrechnung nur um einen cent niedriger ausfällt..
Die Stromkonzerne fahren die Früchte ein, die sie über betrug gesäht haben (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/preiserhoehungen-nicht-nachvollziehbar-gruene-werfen-rwe-abzocke-vor;2628892). Aber betrug in Politik und Wirtschaft auf Kosten des bürgers gehört in Deutschland zur Normalität. Nur weg aus diesem bananenstaat!
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