Energiekonzern
EnBW stellt sich auf Gewinnstagnation ein

Der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW macht sich wegen der Wirtschaftskrise im laufenden Jahr auf stagnierende Gewinne gefasst. Dennoch hat er weitere Beteiligungen im Visier.

HB FRANKFURT. 2008 war das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) dank Preiserhöhungen noch um 11,5 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro gestiegen, wie der Karlsruher Versorger am Dienstag mitteilte. Der Umsatz legte um knapp elf Prozent auf 16,3 Milliarden Euro zu. EnBW könne aber für 2009 konjunkturbedingte Absatzrückgänge im Strom- und Gasgeschäft nicht ausschließen, hieß es zur Begründung. Außerdem belasteten steigende Rohstoffpreise und der Wettbewerbsdruck den Gewinn.

Bisher war die Versorgerbranche vergleichsweise wenig von der Finanzmarktkrise betroffen, sie steht eher unter dem Druck der Regulierungsbehörden und zunehmenden Wettbewerbs. Aber auch die Branchenführer Eon und RWE schnallen die Gürtel enger und schicken milliardenschwere Sparprogramme auf den Weg. EnBW musste der Finanzkrise schon 2008 Tribut zollen.

Im vierten Quartal drückten außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen das Ergebnis. Hinzu kamen die bereits im September bekannten Abschreibungen auf die Strom- und Gasnetze, weil die Bundesnetzagentur die Nutzungsentgelte herab gesetzt hatte. Diese Sondereffekte eingerechnet sank der Konzerüberschuss 2008 um 36 Prozent auf 872 Millionen Euro, ohne sie stieg er um ein Drittel auf 1,09 Milliarden Euro. Den Aktionären will EnBW daher eine um 50 Cent erhöhte Dividende von 2,01 Euro je Aktie zahlen.

Bis 2011 will EnBW 7,7 Milliarden Euro investieren, davon 5,5 Milliarden Euro in Sachinvestitionen wie Infrastruktur und den Bau neuer Kraftwerke und 2,2 Milliarden Euro in Zukäufe. Der Energiekonzern macht kein Geheimnis daraus, dass er nach dem Einstieg beim Oldenburger Versorger EWE, der noch vom Kartellamt genehmigt werden muss, weitere Beteiligungen im Visier hat. So hatte Vorstandschef Hans-Peter Villis vor kurzem Interesse an einer Beteiligung an den Stadtwerken Bremen geäußert. "Unser Investitionsprogramm werden wir zum größten Teil über den Cashflow finanzieren", erläuterte Finanzvorstand Rudolf Schulten am Dienstag. Die "Nettofinanzverschuldung wird mittelfristig nur um rund zwei Milliarden Euro zunehmen. Ein Rating im A-Bereich bleibt weiterhin unser Ziel."

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