Energiekonzern
Eni gerät ins Visier der Steuerfahnder

Der italienische Energiekonzern Eni bekommt Ärger mit dem Fiskus. Gegen neun Manager des teilstaatlichen Unternehmens ermittelt die Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf: Eni soll in den Jahren 2004 bis 2008 die Erdgaseinfuhren von rund zehn Milliarden Kubikmeter nicht deklariert und damit 1,7 Milliarden Euro Steuern hinterzogen haben.
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MAILAND. Eni ist das größte italienische Unternehmen. Der Konzern, an dem der Staat noch mit mehr als 30 Prozent beteiligt ist, ist mit 78 000 Mitarbeitern in 77 Ländern präsent. Im vergangenen Jahr hat Eni 83 Milliarden Euro umgesetzt und einen Net-togewinn von 4,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dabei ist Eni bekannt für seine großzügigen Dividenden, die auch dem Staatshaushalt zugute kommen: Für das vergangene Jahr hat das Unternehmen 3,6 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausgeschüttet. Die Dividende könnte nun mit einer milliardenschweren Steuerrückzahlung deutlich geringer ausfallen.

Manipulierte Zähler an Pipelines

Einige der betroffenen Manager sollen unter anderem dem Zoll geringere Gasmengen angegeben haben, als tatsächlich geflossen sind. Auch die Zahlen zum Weiterverkauf des Methan und Erdgas in Italien entsprechen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht der Realität. Dies sei durch manipulierte Zähler an den Pipelines ermöglicht worden, die das Gas aus Ländern wie Russland, Algerien und Libyen nach Italien bringen.

Die Behörden ermitteln sowohl gegen den bis 2005 amtierenden Chef der Gassparte von Eni, Luciano Sgubini, als auch gegen den aktuellen Spartenchef Domenico Dispenza. Das Verfahren gegen den amtierenden Vorstandsvorsitzenden Paolo Scaroni wurden dagegen eingestellt.

Getrennt davon laufen Untersuchungen, ob Eni auch in Privathaushalten schlecht funktionierende Zähler genutzt hat, die mehr Gas abrechnen, als de facto konsumiert wird.

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