Energiekonzern
Eon macht kräftig Kasse

Dank kräftiger Zuwächse im Stromgeschäft konnte Eon von Januar bis Ende September den Überschuss nach Minderheiten um 70 Prozent steigern. Allerdings laufen den Regionalversorgern, die ihre Tarife zum Januar anheben, inzwischen zahlreiche Kunden davon.

HB DüSSELDORF. Der wegen der geplanten Strompreiserhöhungen massiv in der Kritik stehende Energiekonzern Eon macht ordentlich Kasse. Dank kräftiger Zuwächse im Stromgeschäft konnte Eon von Januar bis Ende September den Überschuss nach Minderheiten um 70 Prozent auf 5,32 Mrd. Euro steigern, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Allerdings laufen den Regionalversorgern, die ihre Tarife zum Januar anheben, inzwischen zahlreiche Kunden davon.

Rund 100 000 Kunden haben nach Angaben von Konzernchef Wulf Bernotat den Regionalversorgern wie Eon Hanse und Eon Mitte den Rücken gekehrt. Noch im August hatte Eon hier von 60 000 Abgängen berichtet. Dieser Trend könnte sich noch verstärken, nachdem die Töchter kürzlich für den 1. Januar Preiserhöhungen beim Strom von bis zu 9,9 Prozent angekündigt haben. Dies hatte zu massivem Protest bei Politiker und Verbraucherschützern geführt. Eon und der Konkurrent RWE, der seine Tarife ebenfalls anzieht, sehen sich Vorwürfen ausgesetzt, durch Absprachen die Preise zu manipulieren. Die Konzerne weisen dies vehement zurück.

Unter dem Strich hat Eon jedoch mit Hilfe seiner Online-Tochter "E wie einfach“ sogar Kunden gewonnen. Dort hätten sich seit dem Start im Februar rund 250 000 Verbraucher angemeldet, sagte Bernotat. Im August lag die Zahl bei rund 100 000. Das Angebot der Online-Tochter wird jedoch von Kritikern nicht als Zeichen von mehr Wettbewerb akzeptiert. Sowohl auf nationaler Ebene als auch bei der EU laufen diverse Initiativen, die Marktmacht der vier großen Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall Europe zu brechen.

In seinem kontinentaleuropäischen Strom- und Gasgeschäft konnte Eon in den ersten neun Monaten Belastungen durch niedrigere Gasabsätze und Ausfälle von Atomkraftwerken durch "eine positive Entwicklung der Rohmarge im Stromgeschäft“ mehr als wettmachen. Alle Geschäftsbereiche zusammen steigerten in den ersten neun Monaten den um Sondereinflüsse bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um zwölf Prozent auf 7,1 Mrd. Euro.

Im laufenden Jahr will Eon sein bereinigtes Ebit am oberen Ende der Spanne von fünf bis zehn Prozent steigern. 2006 hatte der größte deutsche Energiekonzern 8,15 Mrd. Euro erzielt.

Der Konzern kündigte zudem an, seine ursprünglich bis 2010 geplanten Investitionen von drei Mrd. Euro in den Bereich erneuerbare Energie zu verdoppeln. Eon sieht in dem Geschäftsfeld einen starken Wachstumstreiber und hatte in den vergangenen Wochen Milliardeninvestitionen unter anderem in den Ausbau der Windenergie auf den Weg gebracht. Mit seinem Wachstum setzte der deutsche Branchenprimus einmal mehr Maßstäbe für die Konkurrenz. "Das Ergebniswachstum war sehr solide“, sagte Credit Suisse-Analyst Christopher Kuplent. "Besonders die britische und die nordische Sparte haben sich gut entwickelt.“ RWE will am Mittwoch seine Zahlen vorlegen. Auch hier rechnen die Analysten mit deutlich gestiegenen Gewinnen.

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