Energiekonzern
Eon muss nach Milliarden-Abschreibungen sparen

Eon muss Abschreibungen in Milliardenhöhe auf seine Anteile in den USA und Südeuropa vornehmen. Nun muss der größte deutsche Energieversorger kräftig Kosten senken. Der Vorstand hat ein milliardenschweres Sparprogramm geschnürt.

HB DÜSSELDORF. Die eingetrübten Wachstumsaussichten in den USA und Südeuropa zwingen Eon zu milliardenschweren Abschreibungen. Diese haben 2008 zu einem Rückgang des Konzerngewinns geführt, wie der Energieriese am Dienstag einräumte. Die Krise will der Konzern mit einem umfangreichen Sparprogramm meistern. Einen Abbau von Arbeitsplätzen schließt Eon-Chef Wulf Bernotat dabei ausdrücklich nicht aus. Die Aktien des Dax-Schwergewichts gaben bis zu drei Prozent nach.

Auf Geschäfte in den USA sind bei Eon Wertberichtigungen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro und auf Zukäufe in Italien, Spanien und Frankreich in einer Größenordnung von rund 1,8 Mrd. Euro notwendig. Gründe für die Abschreibungen in den USA seien höhere Kapitalkosten sowie niedrigere langfristige Wachstumsraten. In Südeuropa, wo Eon jüngst zugekauft hatte, hätten sich die Perspektiven vor allem auf dem italienischen Energiemarkt "eingetrübt".

Auswirkungen auf das bereinigte operative Ergebnis und den bereinigten Überschuss, auf dessen Basis Eon die Dividende kalkuliert, ergäben sich aber nicht. Der Vorstand schlug deshalb eine Ausschüttung von 1,50 Euro je Aktie für 2008 vor. Nach vorläufigen Zahlen habe der Energieriese im vergangenen Jahr das bereinigte operative Ergebnis sowie den bereinigten Überschuss um sieben bis acht Prozent gesteigert - Bernotat hatte hier eine Zielmarke von fünf bis zehn Prozent ausgegeben. 2007 hatte das bereinigte operative Ergebnis bei 9,2 Mrd. Euro gelegen.

Der Eon-Vorstand hat ein milliardenschweres Sparpaket geschnürt, mit dem durch Produktivitätssteigerungen und dem Abbau "überflüssiger Bürokratie" die Kosten um bis zu 1,5 Mrd. Euro gedrückt werden sollen. Eon wolle "ohne Zeit zu verlieren die internationale Wettbewerbsfähigkeit" steigern und seine "ehrgeizigen Ziele" erreichen, sagte Bernotat. An den Mitarbeitern wird dies nicht spurlos vorübergehen: "Bei der Umsetzung des Programms sind Auswirkungen auf die Beschäftigung nicht auszuschließen", hieß es. Es könne "in begrenztem Umfang" auch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen.

Eon beschäftigt weltweit rund 93 000 Mitarbeiter. Der Konzern hatte bereits angekündigt, bei seinen vom Kundenschwund betroffenen deutschen Regionaltöchtern bis Ende 2012 bis zu 1800 Stellen streichen und so mehrere hundert Mio. Euro einsparen zu wollen. Zudem will der Energiekonzern in Großbritannien 450 Arbeitsplätze abbauen. Auch Konkurrent RWE schnallt den Gürtel enger - bei ihm geht es um 1,2 Mrd. Euro.

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