Energiekonzern
Eon mutiert zum Europa-Konzern

Wulf Bernotat will aus der Not eine Tugend machen. Der Eon-Chef möchte die Einigung mit der EU-Kommission nutzen, um Deutschlands größten Energiekonzern stärker auf Europa auszurichten. Für die Kraftwerkskapazitäten, die Eon im Inland abgeben will, dürfte es viele Interssenten aus dem Ausland geben. Doch Eon will noch einen Schritt weiter gehen.

DÜSSELDORF. Zwar verliert Eon durch den vereinbarten Verkauf von Kraftwerken in Deutschland Marktanteile. Dadurch könnten sich aber auch lukrative Tauschgeschäfte mit ausländischen Versorgen - etwa GDF Suez - ergeben.

Der Eon-Konzern hatte am Donnerstag überraschend den jahrelangen Streit mit der EU-Kommission über seine Marktstellung in Deutschland beigelegt. Er sagte nicht nur zu, sich freiwillig vom Hochspannungsnetz zu trennen, sondern auch Kraftwerkskapazitäten in Deutschland im Volumen von 4 800 Megawatt abzugeben. Im Gegenzug wird die EU-Kommission laufende Kartellverfahren fallen lassen, bei denen Eon eine milliardenschwere Geldbuße drohte.

"Damit ist ein langes, quälendes Thema vom Tisch", sagt ein Eon-Sprecher. "Die Einigung setzt Kräfte frei für unser Wachstum in Europa." Intern wird gar von einem "Befreiungsschlag" gesprochen.

Stephan Werthschulte, Energieexperte der Unternehmensberatung Accenture, sieht das ähnlich: "Der Konzern will im Markt gewinnen und nicht Rechtsanwälte beschäftigen."

Für Bernotat ist Eon schließlich schon lange ein europäischer Konzern, der Heimatmarkt verliert ohnehin an Bedeutung. Stolz betont der Eon-Chef, dass sein Unternehmen als einziger Versorger in allen wichtigen europäischen Märkten substanziell vertreten ist: neben Deutschland in Großbritannien, Skandinavien, Italien, den Benelux-Staaten, Osteuropa und bald auch in Frankreich, Spanien und Italien. Und Bernotat hat angekündigt, dass er die ausländischen Standorte durch Investitionen deutlich ausbauen will.

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