Energiekonzern
Eon verkauft Wasserkraftwerke nach Österreich

Der Energiekonzern Eon hat dreizehn Wasserkraftwerke an den österreichischen Wettbewerber Verbund veräußert. Die Anlagen hätten eine Gesamtleistung von 312 Megawatt. Verbund-Chef Wolfgang Anzenhuber bezifferte den Wert der Kraftwerke auf mehr als eine Milliarde Euro.

FRANKFURT. Eon erhält neben einer Barzahlung über den Zeitraum von 20 Jahren Strombezugsrechte aus den österreichischen Speicherkraftwerken Zemm-Zillertal. Zwei Drittel des Transaktionswertes seien Barmittel, ein Drittel machten die Stromlieferungen aus, sagte Anzenhuber.

Mit dem Verkauf der Kraftwerke am Fluss Inn gibt Eon rund zehn Prozent seiner Wasserkraftkapazität ab. Das Unternehmen erfüllt mit der Trennung eine Auflage der Europäischen Kommission. Um ein Kartellverfahren der Brüsseler Wettbewerbshüter zu beenden, hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr den Verkauf seines deutschen Überlandnetzes sowie von Kraftwerkskapazitäten zugesagt. Der Vereinbarung zufolge muss sich Deutschlands größter Energieversorger von 5 000 Megawatt und damit von einem Fünftel seiner heimischen Kraftwerksleistung trennen.

Mit dem Verkauf der bayerischen Staudämme habe die Gesellschaft bislang Vereinbarungen über die Abgabe von 3 200 Megawatt geschlossen, hieß es. Ende Mai hatte Eon Anteile an Kohlekraftwerken an den Konkurrenten EnBW abgegeben.

Die EU-Kommission will mit den Auflagen den Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt ankurbeln und zugleich die Marktmacht des Schwergewichts Eon beschneiden. Impulse verspricht sich die Behörde vor allem von dem Verkauf des Überlandnetzes, das eine Länge von 10 000 Kilometern hat. Eon hat rund anderthalb Jahre Zeit, einen neuen Eigner für das Netz zu finden. Nach Konzernangaben haben sich eine Reihe von Interessenten gemeldet.

Für Verbund-Chef Anzenhuber ist der Erwerb der bayerischen Kraftwerke ein wichtiger Baustein für den Ausbau des Auslandsgeschäfts. "Mit den Erzeugungskapazitäten unterstützen wir unsere Handelsaktivitäten auf Europas größtem Energiemarkt", sagte er. Mittelfristig will das Unternehmen die norwegische Statkraft als drittgrößter Produzent von Strom aus Wasserkraft ablösen. Derzeit liegen die Österreicher auf Rang fünf. Die süddeutschen Wasserkraftwerke will Verbund nicht alleine betreiben: Kommunen aus der Umgebung der übernommen Strandorte könnten eine Beteiligung von bis zu 30 Prozent erwerben, sagte der Verbund-Chef.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%