Industrie

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Energiekonzern: Eon wird Großteil seines Abfallgeschäfts los

Eons Abfallsparte wird künftig in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem schwedischen Finanzinvestor EQT fortgeführt. Die Düsseldorfer behalten 49 Prozent, EQT will rund 500 Millionen Euro investieren.

Die Eon-Tochter Energy from Waste ist nach eigenen Angaben mit einer Gesamtkapazität von rund fünf Millionen Tonnen der führende Abfallverbrenner in der Republik. Quelle: dapd
Die Eon-Tochter Energy from Waste ist nach eigenen Angaben mit einer Gesamtkapazität von rund fünf Millionen Tonnen der führende Abfallverbrenner in der Republik. Quelle: dapd

DüsseldorfDer Energiekonzern Eon wird die Mehrheit an seinem Geschäft mit Müllverbrennungsanlagen doch noch los. Gänzlich zieht sich der Versorger aber nicht zurück: Energy from Waste werde künftig in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem schwedischen Finanzinvestor EQT fortgeführt, teilte Eon am Mittwoch mit.

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EQT ist daran zu 51 Prozent beteiligt, bei den Düsseldorfern bleibt der Rest. EQT investiere rund 500 Millionen Euro, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Eon-Chef Johannes Teyssen kommt damit seinem Ziel nahe, bis Ende 2013 durch Beteiligungsverkäufe 15 Milliarden Euro einzunehmen. Mehr als 14 Milliarden Euro hat der Konzern bereits in der Tasche.

Der Bieterprozess für Energy from Waste war schleppend verlaufen, im Juni setzte der Konzern ihn aus. Nun entschied sich der Konzern für die Lösung mit EQT. Das Gemeinschaftsunternehmen wolle nun die Marktposition von E.ON Energy from Waste stärken.

Eon

EQT wolle das Unternehmen effizienter und auch im Ausland breiter aufstellen, sagte EQT-Partner Lennart Blecher zu Reuters. Das Unternehmen habe die Märkte in Großbritannien und Polen im Visier. EQT selbst komme auch als Investor für Gasnetze von EnBW und BASF in Frage, sollten diese auf den Markt kommen, fügte er hinzu.

In der Vergangenheit hatte auch der Versorger MVV seine Fühler nach der Eon-Tochter ausgestreckt - er war aber nicht zum Zuge gekommen. Das Abfallgeschäft in Deutschland ist seit den 90er Jahren schwieriger geworden. Durch das verstärkte Recycling schrumpft die Müllmenge, zugleich wurden neue Anlagen gebaut. Die Folge sind Überkapazitäten. Höhere Preise können die Betreiber nur schwer durchsetzen.

Die Eon-Tochter ist nach eigenen Angaben mit einer Gesamtkapazität von rund fünf Millionen Tonnen der führende Abfallverbrenner in der Republik - noch vor dem Wettbewerber Remondis. Eon setzte mit dem Geschäft im vergangenen Jahr 544 Millionen Euro um.

 

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