Energiekonzern
Für Verbund fließt ausreichend Wasser

Der Energiekonzern aus Österreich Verbund steigert im ersten Quartal seinen Gewinn, vor allem, weil die Wasserkraftwerke viel produzierten und die Strompreise auf hohem Niveau waren. Dennoch traut sich Verbund eine Prognose nicht zu.
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WienDer österreichische Energiekonzern Verbund hat zu Jahresbeginn dank der guten Wasserführung der Flüsse mehr Strom erzeugt und seinen Gewinn gesteigert. Von Januar bis März stand unter dem Strich ein gut zehn Prozent höherer Überschuss von 119,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Verbund betreibt rund hundert Laufkraftwerke und ist daher bei der Stromerzeugung von der Wasserführung der Flüsse abhängig. Im vergangenen Jahr hatte es wenig geregnet und die Flüsse hatten vergleichsweise wenig Wasser. Grund für das bessere Ergebnis im ersten Vierteljahr 2012 waren zudem höhere Strompreise.

Trotz des guten Jahresstarts traut sich der größte Stromerzeuger Österreichs weiterhin keine Prognose für das Gesamtjahr zu. Das sei wegen des unsicheren Umfelds in der Wirtschaft und an den Börsen und wegen der schwierigen Rahmenbedingungen in der Energiebranche nicht möglich. Erst bei der Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses werde es einen Ausblick geben, kündigte das mehrheitlich in Staatsbesitz stehende Unternehmen an.

Zuletzt hatte der Konzern für 2012 ein operatives Ergebnis zwischen 900 Millionen und einer Milliarde Euro prognostiziert - nach einem Gewinn von gut einer Milliarde in 2011 - diese Erwartung dann aber wieder zurückgenommen. Im ersten Quartal legte das operative Ergebnis um gut 22 Prozent auf 264 Millionen Euro zu.

Zu schaffen machen Verbund Verluste bei seinen Gaskraftwerken. Das dafür benötigte Gas müsse Verbund teuer einkaufen, verdiene mit dem erzeugten Strom wegen der derzeit relativ niedrigen Großhandelspreise aber nur wenig. „Diese Problematik betrifft den überwiegenden Teil der in Europa in Betrieb befindlichen Gaskraftwerke“, hieß es in der Mitteilung. „Verbund wird 2012 alle Möglichkeiten prüfen und entsprechende Maßnahmen setzen, um die Profitabilität der Gaskraftwerke mittel- bis langfristig wieder sicherzustellen.“

Der Konzern ist nicht nur in Österreich, sondern auch in der Türkei, Italien und Frankreich tätig. In der Türkei prüfe Verbund gemeinsam mit dem Partner Sabanci einen möglichen Börsegang der dortigen Beteiligung Enerjisa Enerji A.S. Dies sei jedoch ein langfristiger Plan, sagte eine Sprecherin.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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