Energiekonzern könnte Gas-Fernleitungen abgeben
RWE im EU-Streit zu Opfer bereit

Im Streit über die Entflechtung der Energiekonzerne bahnt sich der nächste spektakuläre Deal an: Nachdem Eon der EU-Kommission zugesagt hat, sich von seinem Hochspannungsnetz für Strom zu trennen, ist nun offenbar RWE-Chef Jürgen Grossmann bereit, große Teile des Gasnetzes abzugeben. Das würde die Position der deutschen Regierung schwächen.

DÜSSELDORF. Die EU-Kommission verhandelt mit RWE über eine Abgabe der Überlandleitungen für den Gastransport, wie das Handelsblatt aus Kreisen erfuhr, die mit den Verhandlungen vertraut sind. Im Gegenzug soll die Wettbewerbsbehörde ein laufendes Kartellverfahren beilegen. Die Verhandlungen sind zwar noch nicht beendet, aber offenbar bereits weit fortgeschritten.

Die EU-Kommission drängt seit rund zwei Jahren auf eine Entflechtung der großen Energiekonzerne, indem der Netzbetrieb von Produktion und Vertrieb getrennt wird. Sie will so den schleppenden Wettbewerb auf dem Energiemarkt in Schwung bringen. Vor allem in Deutschland stieß sie mit ihren Plänen auf erbitterten Widerstand.

Ende Februar gelang es Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes aber überraschend, die Front aufzubrechen: Eon sagte zu, sein Stromübertragungsnetz zu verkaufen. Auch hier will die Kommissarin im Gegenzug Kartellverfahren beilegen. Die Behörde hatte in mehreren Razzien bei den deutschen Versorgern umfangreiches Material sichergestellt.

Das Verfahren gegen RWE hat die Kommission vor rund einem Jahr eingeleitet. Sie wirft dem Konzern vor, Konkurrenten beim Zugang zu seinem Gasnetz in Nordrhein-Westfalen benachteiligt zu haben. Sie ermittelte dabei neben verschiedenen Regionalversorgern auch gegen die RWE Transportnetz Gas GmbH, die das Fernleitungsnetz betreibt. Der Konzern hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Offenbar fürchtete RWE aber trotzdem eine empfindliche Strafe: Die Kommission kann eine Buße bis zu zehn Prozent des Umsatzes verhängen.

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