Energiekonzern: Ölförderung in Libyen hilft OMV

Energiekonzern
Ölförderung in Libyen hilft OMV

Die Öl-Förderung im krisengeschüttelten Libyen erholt sich offenbar. Die Anzahl an Barrel pro Tag hat deutlich zugenommen. Davon profitiert der österreichische Energiekonzern OMV.
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WienDer österreichische Öl- und Gaskonzern OMV ist dank der wiederangelaufenen Produktion im krisengeschüttelten Libyen gut ins neue Jahr gestartet. Die Gesamtförderung liege im ersten Quartal bislang bei „deutlich über 300.000 Barrel pro Tag“, sagte Firmenchef Gerhard Roiss am Mittwoch in Wien. Das ist deutlich mehr als im vierten Quartal, in dem die Produktion wegen der Ausfälle in Libyen bei 277.000 Barrel pro Tag stagniert hatte.

Seit Jahresbeginn erhalte OMV 50 bis 75 Prozent der sonst üblichen Liefermenge aus dem nordafrikanischen Land. Diese liegt in Friedenszeiten bei rund zehn Prozent der gesamten Förderung des Konzerns. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi wird das Land immer noch von Unruhen erschüttert, die auch die Ölförderung bremsen. Im vierten Quartal war die Produktion der Österreicher dort für mehrere Wochen unterbrochen. „Die Ursache der Produktionsausfälle ist politischer Natur“, sagte Roiss. Daher sei auch die künftige Förderung schwer abschätzbar.

Im laufenden Jahr peilt OMV weiterhin eine Fördermenge von 320.000 bis 340.000 Barrel pro Tag an. Dabei helfen soll auch der Start eines weiteren Ölfelds in Norwegen.

Im Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Öl zu Treibstoffen und Heizöl zeichne sich auch zu Jahresbeginn keine Besserung ab. Die sogenannten Raffineriemargen lägen wegen der weiterhin hohen Überkapazitäten nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau, sagte Roiss. OMV und anderen Ölkonzernen machen hier die sinkende Nachfrage nach Treibstoffen und die steigende Konkurrenz außereuropäischer Anbieter zu schaffen - was zu einem harten Preiskampf führt.

Im zuletzt ebenfalls kriselnden Gasgeschäft will OMV in Verhandlungen mit dem Lieferanten Gazprom langfristig günstigere Einkaufspreise erzielen. Im Zuge einer Übergangslösung habe OMV zwar bereits niedrigere Gaspreise ausgehandelt als zuletzt. Diese seien jedoch weiterhin an den Ölpreis gekoppelt und der Konzern beziehe den Rohstoff nach wie vor teurer als er ihn verkaufen könne. „Wir sind heute mit Gazprom nicht auf Marktpreis. Alle anderen Kunden in Europa auch nicht“, sagte Roiss. „Da wird nicht nur von uns verhandelt, um eine bessere Basis zu erzielen.“ Wann die Gespräche abgeschlossen werden könnten, ließ er offen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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