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Energiekonzern: RWE enttäuscht mit niedrigeren Erwartungen

Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE hat seine Ziele gesenkt. Das rechtfertigt der Konzern damit, dass er geringere Margen erwarte. Aber das ist nicht der einzige Grund für die Korrektur nach unten.

ESSEN. Der Energiekonzern RWE schaut pessimistischer in die Zukunft als noch vor einem Jahr. „Wir erwarten, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis die europäische Wirtschaft und auch der Strom- und Gasverbrauch wieder auf normalen Touren laufen“, sagte Vorstandschef Jürgen Großmann bei der Vorlage der Bilanz für 2009 in Essen. Neben der Wirtschaftskrise führte er unkalkulierbare Belastungen durch den Klimaschutz und Verzögerungen bei Kraftwerksprojekten an. Zudem sei er bei den Prognosen zu den Margen im Strom- und Gasgeschäft jetzt konservativer.

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Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis wird der neuen Schätzung zufolge bis 2012 um durchschnittlich rund fünf Prozent pro Jahr wachsen. Vor einem Jahr hatte Großmann noch einen Zielwert von zehn Prozent genannt. Das Betriebsergebnis wird voraussichtlich am unteren Ende des damals ausgegeben Korridors von fünf bis zehn Prozent liegen. Auch für dieses Jahr rechnet Großmann nur mit einem Plus von jeweils rund fünf Prozent bei Betriebs- und bereinigtem Nettoergebnis.

Die Börse reagierte entsprechend enttäuscht. Die RWE-Aktie gab zunächst um fast zwei Prozent nach und war damit der größte Verlierer im Deutschen Aktien-Index (Dax). Händler machten dafür die Revision der Prognose verantwortlich, obwohl ein solcher Schritt bereits von einigen Analysten erwartet worden sei. Laut Kepler-Analyst Ingo Becker hat die Realität bei RWE Einzug gehalten und ist der Ausblick für 2010 enttäuschend. Der mittelfristige Ausblick sei ebenfalls eher zurückhaltend, schrieb er. RWE sei konservativ wie immer, urteilte Matthias Heck von Sal. Oppenheim.

Großmann verwies auf die gesunkenen Notierungen an der Strombörse, die auch bei RWE mittelfristig auf die Marge drücken. RWE hat zwar bereits 70 Prozent der eigenen Stromproduktion für 2011 und 30 Prozent für 2012 zu vergleichsweise hohen Preisen von im Schnitt über 60 Euro je Megawattstunde verkauft. Für die restlichen Mengen wird der Konzern aber Abschläge hinnehmen müssen. Am Terminmarkt wird eine Megawattstunde zur Lieferung 2011 derzeit mit 48 Euro gehandelt und für 2012 mit 50 Euro.

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