Energiekonzern: RWE verschärft Sparanstrengungen

Energiekonzern
RWE verschärft Sparanstrengungen

Der Energieriese RWE will sparen und seine Kosten um mindestens 1,5 Milliarden Euro senken. Mit dem Programm „RWE Neo“ soll der Konzern neu ausgerichtet - und hunderte Arbeitsplätze gestrichen werden.

FrankfurtDie Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE müssen sich auf weitere Einschnitte einstellen. Die Kraftwerkstochter RWE Generation will mit ihrem neuen Programm „RWE Neo“ mindestens 500 Millionen Euro im Jahr einsparen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person erfuhr. Damit würden sich die jährlichen Kostensenkungen im Konzern auf mehr als 1,5 Milliarden Euro summieren. RWE erklärte lediglich, das Unternehmen habe alle Kosten auf den Prüfstand gestellt. RWE Generation beschäftigt derzeit im In- und Ausland rund 18.000 Mitarbeiter.

In einem Reuters vorliegenden internen Schreiben an die Beschäftigten heißt es: „Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage können für die Zukunft Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Beschäftigung bei RWE Generation/RWE Power nicht ausgeschlossen werden.“ Wie viele Arbeitsplätze betroffen sein könnten, sei aber noch unklar. Das Handelsblatt (Montagausgabe) berichtete von mehreren hundert Stellen, die abgebaut würden. Das Management kündigt in dem Brief an, bis September die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern über Sozialpläne und Interessenausgleich abschließen zu wollen.

Bereits im Rahmen des bisherigen Sparprogramms fallen bei dem durch die Atomwende unter Druck geratenen Versorger viele Jobs weg. Konzernchef Peter Terium hatte angekündigt, unter anderem durch Unternehmensverkäufe und Fluktuation rund 10.000 Stellen zu streichen.

Mit den verschärften Sparanstrengungen reagiert RWE mit seinen insgesamt knapp 70.000 Mitarbeitern auf den Preisverfall im Stromhandel und der schlechten Auslastung der Kraftwerke. Erst vor wenigen Tagen hatte RWE-Chef Terium in einem Interview von der „größten Branchenkrise aller Zeiten“ gesprochen und vor „erheblichen Stilllegungen“ von Kraftwerken gewarnt. So habe RWE Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 10.000 Megawatt (MW) unter „kritischer Beobachtung“.

Alle Energieversorger prüfen derzeit, ob Kohle- und Gaskraftwerke stillgelegt werden müssen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und sinkende Großhandelspreise durch Überkapazitäten führen dazu, dass sich etliche Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betreiben lassen.

Der verschärfte Sparkurs half den zuletzt stark gebeutelten RWE-Aktien auf die Sprünge. Am Montag waren die Anteilsscheine mit einem Plus von zwei Prozent auf 22,93 Euro größter Gewinner im Leitindex Dax. Seit Jahresanfang haben die Papiere deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Sie kommen seit Januar auf ein Minus von rund 28 Prozent.

RWE, Eon und EnBW im Wettbewerbsvergleich

Wo die Energie herkommt

Anteil an der Stromerzeugung, in Prozent

Agentur
Reuters 
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