Energiekonzern steht kurz vor Übernahme von zwei Regionalversorgern
Eon hat in Bulgarien die Nase vorn

Der Energiekonzern Eon steht vor dem Einstieg in den bulgarischen Energiemarkt. Die Tochter Eon Energie hat für eine von drei zum Verkauf stehenden Versorgergruppen den höchsten Preis geboten und damit nach Angaben der bulgarischen Privatisierungsagentur beste Chancen den Zuschlag zu erhalten: „Wenn alle Formalitäten in den Bewerbungsunterlagen eingehalten sind, ist der Preis das einzige Kriterium, nach dem entschieden wird“, sagte eine Sprecherin der Agentur dem Handelsblatt.

HB SOFIA/DÜSSELDORF. Bulgarien privatisiert zurzeit einen Großteil seines Energiemarktes. Zum Verkauf stehen jeweils 67 Prozent an sieben Versorgern, die in drei regionalen Gruppen zusammengefasst sind: West, Südost und Nordost. Ende vergangener Woche ist die Angebotsfrist abgelaufen.

Nach den Unterlagen, die die Privatisierungsagentur inzwischen veröffentlicht hat, dürfte der Eon-Konzern im Nordosten zum Zuge kommen. Er bietet für den Regionalversorger 140,7 Mill. Euro. Interessiert ist der Konzern zwar auch an der Region West, dort aber vermutlich chancenlos. „Wir sind in der Tat sehr zuversichtlich, dass wir im Nordosten zum Zuge kommen“, sagte ein Sprecher der Eon Energie AG, die im Konzern für das Geschäft in Osteuropa zuständig ist. Man müsse aber erst noch die obligatorische Prüfungsfrist abwarten. Mit einem endgültigen Bescheid rechnet er im September.

Fünf ausländische Firmen kämpfen um die Regionalversorger. Die besten Angebote für die Regionen West und Südost hat die österreichische EVN AG unterbreitet. Weil die Bieter sich aber nur an einer Region beteiligen dürfen, wird die EVN nach Einschätzung bulgarischer Energieexperten höchstwahrscheinlich die Stromverteiler im Südosten Bulgariens bekommen, für die sie 271 Mill. Euro geboten hat. Die lukrativste westliche Region wird vermutlich für 281,5 Mill. Euro an das tschechische Unternehmen CEZ gehen. Weitere Bewerber sind die italienische Enel und die griechische Public Power Corporation. Sie gelten aber als chancenlos.

Region mit Potenzial

„Die hohe Qualität der Investoren und die angebotenen Preise geben eine sehr gute Note für Bulgarien und die Reformen im Energiesektor ab“, sagte Energieminister Milko Kowatschev.

„Bulgarien ist ein sehr interessanter Markt mit guten Wachstumschancen“, erklärt der Eon-Energie- Sprecher. Das Wirtschaftswachstum liege bei guten vier Prozent und beim Energieverbrauch gebe es noch Wachstumsmöglichkeiten.

Sollte der Eon-Konzern im Nordosten zum Zuge kommen, würde er in einer eher kleinen Region einsteigen, die aber Potenzial hat: Im Nordosten liegen die größten bulgarischen Häfen – Warna am Schwarzen Meer und Russe an der Donau. Dort werden bis zum Ende dieses Jahres auch noch zwei Kohlekraftwerke zum Verkauf angeboten. Warna ist zudem das Zentrum des bulgarischen Sommertourismus. In der Nähe liegen die besten und teuersten bulgarischen Schwarzmeerkurorte wie Goldstrand und Albena. Die beiden Nordost-Versorger setzten 2003 rund 210 Mill. Euro um und versorgen über 1,1 Mill. Kunden. „Wir sehen in der Region ein gutes Potenzial“, sagte der Eon-Sprecher. Das Versorgungsgebiet könne kostengünstig erschlossen werden.

Am lukrativsten ist jedoch die westliche Region, in der die Hauptstadt Sofia liegt. Die Versorger kommen dort auf einen Umsatz von 340 Mill. Euro. Die Unternehmen im Südosten versorgen unter anderem die zweitgrößte Stadt Plowdiw und setzten zuletzt 280 Mill. Euro um.

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