Energiekonzern
Wie Eon das Gasnetz behalten will

Der Energiekonzern Eon hält anders als der heimische Rivale RWE an seinem Gasnetz fest. Das hat Eon-Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg verdeutlicht - und zugleich aufgezeichnet, wie Eon das gestalten könnte.
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HB BERLIN. "Die aktuellen Entflechtungsvorschriften der EU sehen als eine Möglichkeit vor, den Betrieb und den Unterhalt der Netze auf eine unabhängige Konzerntochter zu übertragen", sagte Reutersberg der "Welt" (Donnerstag). Diesen Weg, das machte er klar, will sein Konzern gehen.

Das Netz soll dazu vollständig auf die Eon Gastransport übertragen werden. "Künftig dürften wir keine Dienstleistungen für diese Tochter erbringen", sagte Reutersberg. "Aus diesem Grund sollen etwa 1200 Mitarbeiter aus der Eon Ruhrgas herausgelöst werden und zur Eon Gastransport wechseln." Er rechnet damit, dass der Umbau im August kommenden Jahres abgeschlossen ist.

Auf Druck der EU-Wettbewerbshüter trennt sich der Konkurrent RWE von seinem Gasnetz. Mit dem Verkaufsprozess soll Anfang kommenden Jahres begonnen werden. Im Gegenzug stellt die EU ein Kartellverfahren ein. Er gehe nicht davon aus, dass auch Eon Ruhrgas gezwungen werde, sein Gasnetz zu verkaufen, sagte Reutersberg. "Die Untersuchungen laufen seit 2006, ein förmliches Verfahren wurde bisher nicht eröffnet."

Den Gasvertrieb an Endkunden überlässt Ruhrgas der Schwestergesellschaft Eon Energie. "Die Rolle der Eon Ruhrgas im Konzernverbund ist definiert: Wir sind für Gasbeschaffung und Vertrieb auf der Großhandelsstufe zuständig." Ausbauen will Reutersberg die eigene Gasförderung.

Zuletzt hatte sein Unternehmen schwer unter der sinkenden Nachfrage und gleichzeitig starren Verträgen mit dem russischen Lieferanten Gazprom gelitten. Der operative Gewinn der Ruhrgas brach in den ersten neun Monaten um ein Drittel auf 1,4 Mrd. Euro ein.

Der Energieversorger wird 2009 möglicherweise weniger Gas aus Russland importieren, als in den langfristigen Lieferverträgen mit dem Staatskonzern Gazprom vorgesehen. Die Mindestabnahmemengen würden unter Umständen nicht erreicht, sagte Reutersberg. "Wenn wir die Mindestabnahmemengen nicht erfüllen, müssen wir einen Teil der Gasmengen anzahlen und können diese dann später abnehmen", sagte Reutersberg.Es mache derzeit wirtschaftlich keinen Sinn, das Gas einzuführen und über die Börsen zu verkaufen. Dem Bericht zufolge liegen die Preise an den Spotmärkten unter den Importtarifen aus Russland.

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