Energiekonzerne behaupten sich in der Krise
Eon und RWE pochen auf gute Bonität

Die Finanzpositionen der europäischen Versorger werden zur Zeit von den Analysten aufmerksam bewertet: Sie gelten als einzige Schwachstelle in einer ansonsten robusten Branche. Der erwartete Konjunkturabschwung dürfte Eon, RWE und Co. schließlich kaum belasten.

DÜSSELDORF. Bei einer solchen Summe besteht in diesen turbulenten Tagen Erklärungsbedarf: 51,3 Mrd. Euro wies der italienische Energiekonzern Enel in seinem Zwischenbericht Ende Juni als Nettoverschuldung aus. Gibt es da in Anbetracht der Krise an den internationalen Finanzmärkten nicht ernste Schwierigkeiten? "Wir haben keine Liquiditätsprobleme, diese hatten wir noch nie", wies Enel-CEO Fulvio Conti gestern am Rande einer Veranstaltung entsprechende Fragen von Journalisten zurück. Enel werde auch weiterhin Dividenden zahlen.

Trotzdem, auch bei Analysten bleibt Skepsis. Die WestLB senkte das Kursziel für das italienische Unternehmen deutlich ab. Hochverschuldete Unternehmen würden zur Zeit mit einem Abschlag gehandelt, hieß es zur Begründung.

Enel hatte noch zu Boomzeiten, im Frühjahr 2007, im Poker um den spanischen Versorger Endesa gesiegt. Rund 30 Mrd. Euro mussten die Italiener gemeinsam mit ihrem Partner, dem spanischen Mischkonzern Acciona, dafür bezahlen.

Die Finanzpositionen der europäischen Versorger werden zur Zeit von den Analysten aufmerksam bewertet, gelten sie doch als einzige Schwachstelle in einer ansonsten robusten Branche. Der erwartete Konjunkturabschwung dürfte Eon, RWE und Co. schließlich kaum belasten. Der Stromverbrauch ist über die Jahre vergleichsweise konstant, konjunkturelle Dellen oder Spitzen fallen nur unwesentlich ins Gewicht. Und auch der Gasverbrauch reagiert lediglich auf die Witterung, kommt eine kalter Winter wird viel geheizt.

Dagegen ist der Finanzbedarf der Energiekonzerne traditionell hoch. Für Investitionen in Kraftwerke und Netze sind Milliardensummen nötig. RWE stockte jüngst sein Investitionsprogramm bis 2012 auf 30 Mrd. Euro auf. Eon investiert im Zeitraum 2007 bis 2010 sogar 63 Mrd. Euro. Darunter sind 11,5 Mrd. Euro, die der Konzern bereits für neue Töchter in Spanien, Italien und Frankreich ausgegeben hat, die er Konkurrent Enel beim Kampf um Endesa abgerungen hatte, und 4,6 Mrd. Euro für den russischen Stromproduzenten OGK-4.

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