Energiekonzerne
Eon und RWE kämpfen weiter gegen Atomsteuer

Obwohl das Finanzgericht Baden-Württemberg die Brennelementesteuer für verfassungsgemäß erklärt hat, wollen die Kernkraftwerksbetreiber Eon und RWE laut Medienberichten weiter gegen die Atomsteuer klagen.
  • 0

Düsseldorf/Essen/BerlinDie Kernkraftwerksbetreiber Eon und RWE wollen trotz des Dämpfers durch die jüngste Entscheidung des Finanzgerichts Baden-Württemberg weiter gegen die Atomsteuer klagen. Wie die Zeitung „Die Welt“ (Samstag) berichtete, wollen die Konzerne erneut Rechtsmittel einlegen, wenn der Bund beim nächsten Brennelemente-Wechsel in einem ihrer Kernkraftwerke die umstrittene Atomsteuer einziehen will.

Am Donnerstag hatte das Finanzgericht Baden-Württemberg erstmals in Deutschland die umstrittene Brennelementesteuer für verfassungsgemäß erklärt. Geklagt hatte der Energiekonzern EnBW. Die von den Atomkraftwerksbetreibern erhobene Abgabe sei sowohl mit dem Grundgesetz als auch mit Europarecht vereinbar, erklärte das Gericht in Stuttgart.

Nach derzeitigem Stand seien weitere Steuertatbestände absehbar, sagte ein Eon-Sprecher der Zeitung. Dann werde Eon „erneut rechtliche Schritte prüfen“. Ein RWE-Sprecher kündigte an, der Konzern werde bei Vorlage des nächsten Steuerbescheids voraussichtlich ebenfalls „erneut Widerspruch einlegen und die Aussetzung der Vollstreckung beantragen“. Das Unternehmen bleibe bei seiner Rechtsauffassung.

Die Finanzgerichte in Hamburg und München hatten im vergangenen Herbst erhebliche Zweifel geäußert, ob die von der Bundesregierung Anfang 2011 eingeführte Steuer rechtens sei. In Hamburg hatte Eon, in München RWE geklagt. In beiden Fällen stehe die Entscheidung der Revision vor dem Bundesfinanzhof in München an, so die „Welt“ weiter.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Energiekonzerne: Eon und RWE kämpfen weiter gegen Atomsteuer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%