Industrie
Energiekonzerne fordern Aus für Brennelementesteuer

Notwendig ist der Betrieb der neun verbleibenden Atommeiler nur für Notfälle. Das ist unwirtschaftlich und tut den Energiekonzernen weh. RWE und Eon wollen deshalb die milliardenschwere Brennelementesteuer kippen.
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HamburgDie Energiekonzerne RWE und Eon wollen nach einem Magazinbericht die anstehenden Koalitionsverhandlungen nutzen, um die milliardenschwere Brennelementesteuer für Atomkraftwerke zu kippen. Entsprechende Forderungen hätten Vertreter der Unternehmen in den vergangenen Tagen im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin und den beiden großen Parteien CDU/CSU und SPD lanciert, berichtete der Spiegel am Sonntag vorab aus seiner neuen Ausgabe.

Der Betrieb der neun verbleibenden Atommeiler lohne sich immer weniger, weil Sonne- und Windkraft den Strom aus diesen Kraftwerken zunehmend verdrängt und der Strompreis an den Börsen rapide gefallen sei, argumentieren demnach die Versorger. Manche Anlagen bewegten sich an der Grenze der Wirtschaftlichkeit, gleichzeitig verlangten die Behörden, die Meiler zur Sicherung der Versorgung in Betriebsbereitschaft zu halten. Als Ausweg aus der Misere fordern die Konzerne laut Spiegel eine schnelle Abschaffung der Brennelementesteuer, um eine vorzeitige Stilllegung von Atomkraftwerken zu vermeiden.

Die Bundesregierung hatte die Brennelementesteuer im Zuge des Atomausstiegs im Januar 2011 eingeführt. Sie soll dem Bund Einnahmen von geschätzt 2,3 Milliarden Euro pro Jahr sichern. Gegen die Einführung der Sonderabgabe haben die Stromkonzerne geklagt, abschließende Urteile stehen aber noch aus.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Witzig, wie sich hier die Lobbyisten die Argumente um die Köpfe schlagen. Wenn die Politik sagt rechtsherum, dann wird das so sein. Es gibt keinen Weg zurück. Oder glaubt jemand, daß das linke Spektrum der Republik hier zum Atom zurückkehrt?
    Die Diskussion ist gegessen, liebe Leute. Es geht nur noch ums Wie.

  • @andre
    ...ob da ein wirkliches "Wissen" verloren geht, mag ich zu bezweifeln- wirkliches Wissen erlangt man z.B. über Forschung an CERN. Der Beginn der "friedlichen Nutzung der Atomkraft" war ein unverantwortliches Experiment an der lebenden Bevölkerung. Bis heute verfügen die "wissenden" Techniker nicht über das erforderliche Know-How, wie denn bitteschön mit den Hinterlassenschaften ihres Energieträgers umzugehen ist. Vor etwa 40 Jahren las ich einen Bericht in einem Wissenschaftsmagazin- es ging um den schnellen Brüter, der in der Lage wäre, das doppelte an Energie aus dem verwendeten Kernbrennstoff nutzen zu können...mit dem doppelten waren sage und schreibe 2% gemeint. Das wäre so, als würde man beim betanken seines Autos 98% des Treibstoffs in den Gully laufen lassen. Es war damals für mich der Moment einzusehen, das Kernkraft angesichts der damit verbundenen Gefahren und der bis heute nicht geklärten Entsorgung irgendwie nicht das gelbe von Ei sein könnte...

  • Der Ausstieg aus der Kerntechnik war die größte wirtschaftspolitische Fehler in der Geschichte der BRD. Windmühlen und Solarplatten sind eine Lachnummer, die der Ökomaffia die Taschen füllen. Indes gehen hoch qualifizierte Arbeitsplätze in der Kerntechnik und das technische Wissen um die Kernkraft in der BRD unwiderbringlich verloren. Die stromintensive Industrie wird künftig dahin gehen, wo es Kernkraft gibt. Und die Bürger hierzulande zahlen sich doof und dämlich.

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