Energiekonzerne
Verbund will 2009 Gewinn stabil halten

Der österreichische Energieriese Verbundgesellschaft will trotz Wirtschaftskrise den Gewinn 2009 stabil halten. Ambitioniert, aber machbar sei dieses Ziel, sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber am Mittwoch. Seine Zuversicht schöpft er daraus, dass der Konzern bereits über zwei Drittel seiner Stromerzeugung zu höheren Preisen veräußern konnte.

HB WIEN. "Wir haben schon ein Großteil der Erzeugung zu rund 70 Euro je Megawatt verkauft, an den Börsen werden die Kontrakte derzeit um die 45 Euro gehandelt", sagte Anzengruber. Die Aussichten für das laufende Jahr sind nach Einschätzung von Anzengruber daher noch gut, ein Gewinn auf Vorjahreshöhe in Reichweite. 2008 steigerte der Versorger dank höherer Strompreise den Gewinn um knapp ein Fünftel auf 687 Mio. Euro. Den Aktionären solle eine auf 1,05 (2007: 0,90) Euro je Aktie erhöhte Dividende gezahlt werden.

In den nächsten Jahren werde es aber darauf ankommen, wie lang die weltweite Wirtschaftskrise dauere und wie tief sie sei, sagte der Verbund-Chef. Die Industrie schränkt ihre Produktion ein und dämpft damit auch den Stromverbrauch. "Niemand kann derzeit sagen, wie sich die Krise weiter entwickelt. Mittelfristig werden die Preise aber steigen, auch weil Kraftwerkskapazitäten fehlen", sagte Anzengruber.

Verbund generiert hauptsächlich aus ihren rund 100 Wasserkraftwerken ein Viertel des heimischen Stromverbrauchs. Die Erzeugung ist aber abhängig von der Wasserführung der Flüsse. Diese lag im Vorjahr mit 28 Terawattstunden über dem langjährigen Durchschnitt. Da der Verbund stark auf Wasserkraft setzt, ist er bei den Erzeugungskosten von der Preisentwicklung der Primärenergieträger Gas, Kohle und Öl weitgehend unabhängig. Der europäische Großhandelspreis orientiert sich aber am Ölpreis. Je höher der Ölpreis steigt, desto besser werden die Margen der Verbund.

Konzernweit kletterte der Umsatz 2008 auf 3,74 (3,04) Mrd. Euro, das operative Ergebnis auf 1,14 (0,92) Mrd. Euro.

Während Verbund mittlerweile auch in Italien und in der Türkei über eine größere Marktpräsenz verfügt, will Anzengruber aber in anderen Regionen Mittel- und Osteuropas auf die Bremse treten. "Wir bleiben dort aktiv, in der Prioritätenliste rücken diese Projekte aber etwas nach unten". Verbund verfolgt in Rumänien, Bulgarien und Mazedonien Wasserkraftwerksprojekte.

Der Verbund-Chef kündigte an, die Kapazität weiter auszubauen, vor allem durch neue Kraftwerke im Inland sowie die Modernisierung alter Anlagen. 2,8 Mrd. Euro will Verbund bis 2015 im Inland investieren und hat dafür auch ausreichende Mittel. 2008 wurden knapp 950 Mio. Euro an Liquidität generiert. Mit Kreditlinien von rund 1,5 Mrd. Euro sei auch die Finanzierung gesichert.

Bei Poweo prüft Verbund derzeit seine Optionen. Beim französischen Strom- und Gasversorger, an dem Verbund 30 Prozent hält, gibt es Uneinigkeit zwischen den Aktionären. Die Führung der Poweo hat daher Banken beauftragt, Optionen auszuarbeiten. Künftig sollte es bei Poweo nur einen bestimmenden Aktionär geben, ist die Zielsetzung. An der Börse sorgten die Zahlen für wenig Überraschung. Die Aktie verlor in einem positiven Marktumfeld 1,3 Prozent auf 25,91 Euro. Seit Jänner ein Minus von knapp 20 Prozent. Investoren zahlen derzeit das 10-fache des 2009 erwarteten Gewinnes. E.ON kosten nur das 6,6-fache.

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