Energiemarkt
Enel verschuldet sich hoch für Endesa

Der zweitgrößte spanische Versorger Endesa geht nun endgültig in die Hände der teilstaatlichen italienischen Enel über. Durch den Verkauf von Endesa schwingt sich der spanische Energieversorger Acciona zu einem neuen globalen Giganten in der Windenergie empor.

MADRID/MAILAND. Die Italiener zahlen unterm Strich 9,6 Mrd. Euro für den 25-Prozent-Anteil des Baukonzerns Acciona und übernehmen früher als ursprünglich geplant die Kontrolle.

Damit kann Enel Endesa komplett in seiner Bilanz konsolidieren und steigt an der Stromerzeugung gemessen zum zweitgrößten europäischen Versorger nach der französischen EDF auf. Den Kauf hat sich Enel zu acht Mrd. Euro von Banken finanzieren lassen und erhöht seine ohnehin schon hohe Verschuldung um rund ein Fünftel auf 61,7 Mrd. Euro.

Es ist das Ende einer langen Saga und genau das, was die spanische Regierung vermeiden wollte, als sie 2007 den Zugriff der deutschen Eon auf Endesa verhinderte und stattdessen Enel und seinem spanischen Partner, dem Baukonzern Acciona den Zuschlag gab. Die beiden Unternehmen hatten bei der Übernahme vor zwei Jahren festgelegt, dass Acciona 2010 seine Anteile zum Preis von 41 Euro pro Aktie an Enel abgeben könne. Doch die Beziehung zwischen den beiden ungleichen Unternehmenskulturen waren durchweg "instabil", wie Enel-Chef Fulvio Conti am Wochenende formulierte. Die Italiener entschieden sich daher für eine frühere Trennung.

Enel wird in Zukunft 92 Prozent an Endesa kontrollieren, die restlichen acht Prozent werden an der Börse gehandelt. Mehr als die Hälfte der gesamten Erzeugungskapazität in Spanien (90000 MW) werden dann in ausländischen Händen sein.

Insgesamt 11,1 Mrd. Euro bekommt Acciona für seine 25 Prozent an Endesa - fast doppelt soviel wie die Anteile derzeit an der Börse wert sind. In bar werden die Italiener 6,7 Mrd. Euro auf den Tisch legen müssen, weitere 2,9 Mrd. Euro bekommt Acciona in Form von Erzeugungskapazitäten in Wind- und Wasserkraft. Die restlichen 1,5 Mrd. Euro erhält Acciona schließlich als vorgezogene Dividende von Endesa ausgezahlt.

Beim italienischen Versorger, der zu knapp einem Drittel dem Staat gehört, steigt die Verschuldung mit dem jüngsten Deal von 50 Mrd. Euro auf 61,7 Mrd. Euro. 2010 muss Enel bereits einen Kredit von elf Mrd. Euro bedienen, den es aufgenommen hatte, um die Endesa-Übernahme zu finanzieren. Im gleichen Jahr wäre auch die Option von Acciona für den milliardenschweren Verkauf seiner Anteile fällig gewesen. Durch die vorgezogene Einigung verhindert Enel, im kommenden Jahr mehr als 20 Mrd. Euro zahlen zu müssen. Denn die neue Finanzierung für die Acciona-Anteile, an der sich 12 Banken beteiligt haben, muss Enel erst 2014 und 2016 zurückzahlen. Conti sagte, sein Ziel sei es, das A-Rating für die Verbindlichkeiten des Unternehmens beizubehalten.

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